Randale im Elb-Clásico zwischen Magdeburg und Dresden: Prozess wegen versuchten Mordes beginnt

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Magdeburg - Nach den Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und FCM-Anhängern im Rahmen des Elb-Clásico zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden beginnt nun ein erster Prozess. Ein 29-jähriger Angeklagter muss sich wegen versuchten Mordes verantworten.

Der 29-Jährige trug beim Erscheinen Hand- und Fußfesseln.
Der 29-Jährige trug beim Erscheinen Hand- und Fußfesseln.  © Peter Gercke/dpa

Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen hat am Landgericht Magdeburg der Prozess gegen den 29-Jährigen begonnen, der eine führende Rolle bei den Ausschreitungen gespielt haben soll.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann unter anderem versuchten Mord an einem Polizisten vor.

Beim Zweitligaspiel zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden Anfang des Jahres waren mehr als 70 Polizisten verletzt worden.

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Gerichtsprozesse Magdeburg Todesfahrer vom Magdeburger Weihnachtsmarkt in Berliner Gefängnis verlegt

Der groß gewachsene, breitschultrige Angeklagte erschien in hellblauer Jeans und dunklem Langarm-Shirt. Er trug Hand- und Fußfesseln, als er von Spezialkräften der Justiz in den Saal geführt wurde. Der Mann äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.

Pflastersteine und Sitzschalen flogen auf Polizisten

Laut der Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagte am 24. Januar bewusst eine Führungsrolle unter angreifenden Fans eingenommen und die aggressive Stimmung angeheizt. Nachdem Überwachungskameras mit Farbe besprüht worden seien, seien in der Halbzeitpause zunächst 50 bis 60 vermummte FCM-Fans auf die Polizisten zugekommen, darunter auch der Angeklagte. 

Die Polizei habe eine Kette gebildet, etwa 200 weitere gewaltbereite Fans seien nachgerückt. Es sei gerufen worden "Verreckt, Drecksbullen" und "Wir bringen euch um". Die Fans hätten Pflastersteine und herausgerissene Sitzschalen in Richtung Polizei geworfen. 

Weitere Anklagepunkte

Der Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft einen 15 Kilogramm schweren Stein auf die Polizisten geworfen haben.
Der Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft einen 15 Kilogramm schweren Stein auf die Polizisten geworfen haben.  © Peter Gercke/dpa

Der Angeklagte warf laut der Staatsanwaltschaft einen etwa 15 Kilogramm schweren Pflasterstein in Richtung der Polizisten. Er habe ihn "aus blindem Hass" auf die Beamten geschleudert. In der ersten Reihe wurde ein Polizist getroffen und erlitt eine Platzwunde am linken Auge. Er habe tödlich verletzt werden können, so die Anklage.

Der angeklagte Mann war Ende Januar, einige Tage nach den Ausschreitungen, festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Neben dem Vorwurf des versuchten Mordes geht es bei dem Gerichtsprozess auch um schweren Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung und tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte.

Debatte um Sicherheit: Club verhängt vier Stadionverbote

Dass die Staatsanwaltschaft im vorliegenden Fall Anklage wegen versuchten Mordes erhoben hat, verdeutliche die besondere Schwere der Tatvorwürfe, teilte das Innenministerium in Sachsen-Anhalt mit. Die Sicherheitsbehörden beobachteten mit großer Aufmerksamkeit, dass einzelne gewaltbereite Personen im Umfeld von Fußballveranstaltungen erhebliche Gefahren für Leib und Leben Dritter in Kauf nehmen würden. 

Die Krawalle hatten die Diskussion über Sicherheit in den Fußballstadien erneut aufflammen lassen. Die Deutsche Polizeigewerkschaft Sachsen-Anhalt verlangte Geisterspiele für mindestens ein Jahr in Magdeburg und sprach von einer neuen, erschreckenden Eskalationsstufe der Gewalt. Dazu wurde auch erneut die Frage aufgeworfen, ob sich Profivereine oder die Deutsche Fußball Liga (DFL) an Einsatzkosten bei Hochrisikospielen beteiligen sollten. 

Titelfoto: Peter Gercke/dpa

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