Magdeburg - Am mittlerweile 20. Verhandlungstag im Prozess um den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt waren keine Zeugen geladen. Die Prozessparteien berieten, ob das Verfahren beschränkt werden kann. Der Richter setzte zusätzliche Verhandlungstage an.
Im Prozess (TAG24 war wieder für Euch vor Ort) wurde am Mittwoch angesprochen, dass die Generalstaatsanwaltschaft der Beschränkung zustimmen wolle, soweit es sich dabei um Leichtverletzte handelt.
Auch eine Vielzahl der Nebenkläger stimmten einer Beschränkung zu, über 50 aber auch nicht, verkündeten die zuständigen Rechtsanwälte. Die Verteidigung um den Angeklagten Taleb A. (51) wollte keine Stellung beziehen.
Schon vor der eineinhalbwöchigen Prozesspause hatte die Kammer auf eine Beschränkung des Verfahrens plädiert.
Eine Beschränkung würde die Dauer des Prozesses verkürzen, da hierfür nicht jede Folge des Anschlags, hauptsächlich psychische Folgen, geklärt werden müssen, um ein Urteil zu fällen.
Der Antrag scheiterte bislang.
Prozess soll sich um psychische Folgen drehen
Vorsorglich kündigte der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg 23 zusätzliche Verhandlungstage an - bis Ende Juni! Damit dauert der Prozess deutlich länger als zunächst angenommen. Ursprünglich waren nur Termine bis Mitte März vorgesehen.
An den kommenden Prozesstagen sollen die psychischen Folgen des Anschlags thematisiert werden. Man wolle feststellen, ob die psychischen Belastungen auch körperliche Folgen für die Geschädigten ausgelöst haben.
Der Prozess wird am 3. März fortgesetzt.