Brandanschlag und Mordversuch: Scheidungskrieg eskaliert

Schwerin - In Schwerin stehen seit Montag eine Frau (60) und ein Mann (46) vor Gericht, die hinter dem Brandanschlag auf den Ex-Mann der 60-Jährigen stecken sollen.

Den Angeklagten drohen bei Verurteilung lange Haftstrafen.
Den Angeklagten drohen bei Verurteilung lange Haftstrafen.  © Jens Büttner/dpa

Die Angeklagten müssen sich wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung vor Gericht verantworten. Der Brandanschlag im Mai 2023 auf den Ex-Mann soll der erschreckende Gipfel eines völlig außer Rand und Band geratenen Scheidungskrieges sein.

Laut Anklage soll die Frau den Mitangeklagten damit beauftragt haben, einen Brandschlag auf ihren damaligen Mann zu verüben. Der 46-Jährige war zu dem Zeitpunkt als Hausmeister beim Unternehmen der 60-Jährigen angestellt, so ein Sprecher des Landgerichts Schwerin gegenüber TAG24.

Der Hausmeister soll zugeschlagen haben, als der Ex-Mann mit seiner neuen Partnerin und deren Sohn im Wohnmobil schlief.

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Auf einem Campingplatz im Kreis Ludwigslust-Parchim soll der 46-Jährige das Wohnmobil mit Benzin übergossen und angezündet haben.

Insgesamt 18 Zeugen geladen

Die Angeklagte (60) sitzt aktuell in Untersuchungshaft. Sie wurde in Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt.
Die Angeklagte (60) sitzt aktuell in Untersuchungshaft. Sie wurde in Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt.  © Jens Büttner/dpa

Der Ex-Mann wurde laut Staatsanwaltschaft durch den Geruch wach, weckte seine Partnerin und deren Sohn und konnte rechtzeitig aus dem brennenden Camper flüchten.

Während der Mann unversehrt blieb, mussten die Frau und ihr Sohn wegen einer Rauchgasvergiftung versorgt werden.

Die beiden erwachsenen Opfer waren nach Angaben des Gerichtssprechers zum Prozessauftakt vor Ort. Sie treten als Nebenkläger auf.

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Für den öffentlichen Prozess sind zehn Verhandlungstage angesetzt, am 3. Juni geht es weiter. Insgesamt sind 18 Zeugen geladen.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa

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