Mordfall Fabian (†8): Vater und Angeklagte sollen wieder in einer Beziehung sein

Von Christopher Hirsch

Rostock - Am dritten Verhandlungstag im Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow hat der zuständige Richter erneut den Fokus auf die Beziehung zwischen Fabians Vater und der des Mordes angeklagten 30-Jährigen gelegt.

Am dritten Verhandlungstag im Prozess um den Tod des achtjährigen Fabian stand die Beziehung zwischen der Tatverdächtigen und dem Vater im Fokus.  © Bernd Wüstneck/dpa

"Ich möchte nur die Wahrheit wissen", sagte Holger Schütt, Vorsitzender Richter am Landgericht Rostock. Er erinnerte den Zeugen wiederholt an seine Pflicht, wahrheitsgemäß auszusagen. So wollte Schütt nach Angaben von "t-online" unter anderem wissen, wie der aktuelle Beziehungsstatus zwischen Fabians Vater und der Angeklagten ist.

"Wir sind wieder ein Paar", so der Vater am dritten Prozesstag. "Das hat sich im Gefängnis im Januar ergeben." Weiter sagte er zur Angeklagten: "Ich stehe offen und ehrlich hinter ihr." Die Angeklagte und Fabians Vater waren bis zu ihrer vorläufigen Trennung im August 2025 rund vier Jahre lang ein Paar.

In den letzten Wochen näherten sich die beiden offenbar wieder an. So habe der Vater die Angeklagte regelmäßig im Gefängnis besucht, während diese in U-Haft saß. Während des Prozesses am Dienstag stellte der Vater die Schuld der Angeklagten zudem mehrfach infrage.

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Mordfall Fabian (†8): Kommunikation von Fabians Vater und Angeklagter im Fokus

Die Angeklagte ist offenbar wieder in einer Beziehung mit dem Vater des getöteten Fabian.  © Bernd Wüstneck/dpa

Zudem hat der Verhandlungstag EInblicke in die Ermittlungsergebnisse gegeben. So wurde mit dem Nutzeraccount der Angeklagten am Tag des Verschwindens frühzeitig nach Stichworten wie "Polizei" oder auch "Person vermisst" im Internet gesucht. Den Ausführungen des Gerichts zufolge passierte dies schon, bevor Fabians Vater ihr mitteilte, dass sein Sohn vermisst werde.

Über den Account der 30-jährigen Beschuldigten wurde demnach ferner am Tag nach dem Verschwinden des Jungen mit Stichworten wie "fressen Wildschweine tote Menschen" gesucht.

Bei der Befragung am Dienstag ging es zudem etwa darum, mit wie viel Geld Fabians Vater die Angeklagte während ihrer vierjährigen Beziehung unterstützte. Im Vergleich zu abgespielten Chat-Nachrichten oder vorhergehenden Aussagen gegenüber der Polizei relativierte der Vater die finanzielle Unterstützung.

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"Ich meinte das aber anders", sagte er etwa zu früheren Aussagen bei der Polizei. In den Audio-Nachrichten nach der vorläufigen Trennung von der Beschuldigten habe er sich einiges von der Seele geredet, schränkte der 35-Jährige außerdem ein.

Schütt wies während des Prozesstags zudem darauf hin, dass die Angeklagte am Tag von Fabians Verschwinden mehrmals nachfragte, was den Vater beschäftige, nachdem er Andeutungen gemacht, aber noch nicht verraten hatte, dass sein Sohn vermisst werde. Er habe sich nichts dabei gedacht, sagte der Vater im Verfahren zu dem Verhalten seiner Ex-Freundin.

Mordfall Fabian (†8): Vater und Angeklagte sollen am Tag des Verschwindens noch telefoniert haben

Der achtjährige Fabian soll von der Ex-Partnerin seines Vaters getötet worden sein.  © Polizeipräsidium Rostock

Außerdem ging es um ein bestimmtes Telefonat zwischen den beiden am Tag des Verschwindens. Fabians Vater sagte, er könne sich nicht mehr erinnern, worum es dabei ging, obwohl er wochenlang darüber nachgedacht habe. Schütt sagte, wenn sein einziges Kind verschwinde, könnte er sich wahrscheinlich an jede Minute erinnern.

Anhand der im Prozess präsentierten Nachrichten wurde deutlich, wie der Vater und die Angeklagte auch nach der Trennung ausgiebig die Probleme der Beziehung diskutierten. "Sie drehen die Beziehung hin und her", sagte Schütt.

Dabei ging es wiederholt auch um das angespannte Verhältnis der Beschuldigten zur Familie von Fabians Vater. Demnach störte sie etwa, dass er für Absprachen den Sohn betreffend Kontakt mit der Mutter hielt.

Schon kurz vor Fabians Verschwinden hatten sich der Vater und die Angeklagte zeitweise wieder angenähert.

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Die Staatsanwaltschaft wirft der deutschen Ex-Freundin des Vaters vor, den Jungen im Oktober vergangenen Jahres mit einem Messer getötet zu haben. Laut Anklage soll das Beziehungsende eine Rolle spielen. Dabei verwies die Staatsanwaltschaft auch auf die finanziellen Folgen für die Frau.

Erstmeldung, 5. Mai, 6.02 Uhr; aktualisiert um 16.11 Uhr.

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