München - Jens Lehmann (56) steht erneut vor Gericht. Dieses Mal geht es um unbezahlte Rechnungen für drei Mietwagen. Der frühere Fußball-Profi bestritt die Vorwürfe jedoch entschieden – und sorgte für Aufsehen, indem er sich überraschend am Mittwoch per Videoschalte in die Verhandlung einwählte.
Eine Autovermietung wirft dem ehemaligen Torwart vor, Rechnungen für drei Mietwagen samt Schäden, die angeblich seine Tochter verursacht haben soll, nicht bezahlt zu haben. Der Streitwert liegt bei rund 55.000 Euro, so die "AZ".
Am Mittwoch waren eigentlich nur die Anwälte beider Seiten im Sitzungssaal 502 des Landgerichts München II geladen. Doch Jens Lehmann überraschte: Auf einmal erschien sein Gesicht auf einem der großen Bildschirme im Gericht.
Jens Lehmann nutzte die Gelegenheit, um dem Gericht seine Sicht der Dinge darzulegen. Er betonte, dass von Anfang an klar gewesen sei, dass er die Fahrzeuge kostenlos nutzen dürfe.
Stattdessen sei eine Art Zusammenarbeit vereinbart gewesen: Lehmann habe die Autovermietung auf andere Weise unterstützt, etwa indem er bei Fußballspielen Gäste durch seine Präsenz als ehemaliger Profi unterhalten habe.
Keine Einigung zwischen Jens Lehmann und Autovermietung
Die Anwälte der Gegenseite widersprachen aber Lehmanns Darstellung. Ihrer Ansicht nach habe der Ex-Torwart die Spiele lediglich privat besucht. Tatsächlich soll es stattdessen nur eine Vereinbarung gegeben haben, bei der es um die Kundenanwerbung ging.
Demnach hätte Lehmann die Gelegenheit gehabt, über seine Präsenz neue Kunden für die Autovermietung zu gewinnen und im Gegenzug einen Nachlass auf die Mietkosten zu erhalten. Laut den Anwälten der Kläger sei dabei allerdings nur wenig herausgekommen.
Ein Einvernehmen zwischen den Parteien gibt es bislang nicht. Weitere Zeugenaussagen sollen noch folgen, konkrete Termine dafür stehen noch aus.