Acht Jahre beim IS: Syrien-Rückkehrerin will sich vor Gericht zu ihrem "Werdegang" äußern

Düsseldorf – Eine Syrien-Rückkehrerin und mutmaßliche IS-Terroristin hat sich vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht aussagewillig gezeigt.

Die 27-Jährige steht ab sofort vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Es sind 14 Verhandlungstage angesetzt. (Symbolbild)
Die 27-Jährige steht ab sofort vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Es sind 14 Verhandlungstage angesetzt. (Symbolbild)  © Hendrik Schmidt/dpa

"Sie wird sich am nächsten Verhandlungstag sowohl zu ihrem persönlichen Werdegang wie auch zu den Anklagevorwürfen äußern", kündigte Verteidiger Serkan Alkan beim Prozessauftakt am Dienstag an. Sie habe ihre Zugehörigkeit zur Terrormiliz Islamischer Staat bereits eingeräumt, sagte er.

Die 27-Jährige nannte zum Auftakt nur ihren Namen und gab an, dass sie die deutsche und die polnische Staatsangehörigkeit besitzt.

Der Frau aus dem siegerländischen Hilchenbach werden neben der Mitgliedschaft in der Terrororganisation zudem Kriegsverbrechen gegen die syrische Zivilbevölkerung vorgeworfen.

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Die Angeklagte soll sich vor über acht Jahren mit ihrem Mann in Syrien der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen haben. Dort soll sie dann seit 2014 in Häusern gewohnt haben, deren Bewohner vom IS vertrieben worden waren.

Nachdem ihr Mann bei Kämpfen getötet wurde, heiratete sie laut Anklage im Frühjahr 2016 einen kenianischen IS-Kämpfer und ging nach dessen Tod "eine weitere Ehe mit einem Unbekannten ein".

Angeklagte soll über Spendenkampagne Gelder für IS gesammelt haben

Der 27-Jährigen werden neben der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation zudem Kriegsverbrechen gegen die syrische Zivilbevölkerung vorgeworfen.
Der 27-Jährigen werden neben der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation zudem Kriegsverbrechen gegen die syrische Zivilbevölkerung vorgeworfen.  © Roberto Pfeil/dpa

Am 13. März 2019 sei sie von kurdischen Kräften in Syrien festgenommen und in das Flüchtlingslager Al Hol gebracht worden. Dort soll die Mutter einer einjährigen Tochter nach ihrer Festnahme eine Spendenkampagne über Whatsapp und Telegram betrieben haben, um auch in Deutschland Gelder für den IS einzuwerben, wie Oberstaatsanwalt Stephan Biel sagte. Ziel sei es gewesen, IS-Mitglieder in den Camps zu unterstützen.

Dem widersprach Verteidiger Alkan. Von einer Unterstützung des IS könne bei der Spendensammlung keine Rede gewesen sein. "Meine Mandatin hat mit dem Spendennetzwerk nur Frauen in dem Lager Al Hol mit Nahrung und Kleidung helfen wollen."

Laut Anklage hatte die 27-Jährige aber auch noch Spenden gesammelt, nachdem sie ein höherrangiges IS-Mitglied geheiratet hatte und selbst aus dem Lager geschleust worden war. Im September 2020 war sie auf dem Weg zu dem Lager Al Hol von türkischen Kräften festgenommen worden und im März dieses Jahres nach Deutschland überstellt und bei ihrer Einreise am Frankfurter Flughafen festgenommen worden.

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Für den Prozess sind bis zum 24. Januar 13 weitere Verhandlungstage angesetzt.

Originalmeldung vom 8. November, 5.47 Uhr; zuletzt aktualisiert um 14.49 Uhr

Titelfoto: Roberto Pfeil/dpa

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