Ex-Kripobeamter wegen Bestechlichkeit vor Gericht: Hat er Infos für Geld verkauft?

Von Martin Höke

Mönchengladbach - Ein früherer Kripobeamter soll Verdächtige über Ermittlungen gegen sie informiert und dafür Geld kassiert haben. Vor dem Landgericht Mönchengladbach begann am Freitag der Prozess gegen den 63-Jährigen wegen Bestechlichkeit, Erpressung und versuchter Strafvereitelung im Amt.

Dem 63-Jährigen wird vorgeworfen, zwei bereits vorbestrafte Männer über Ermittlungen gegen sie informiert und dafür Geld kassiert zu haben. (Symbolfoto)
Dem 63-Jährigen wird vorgeworfen, zwei bereits vorbestrafte Männer über Ermittlungen gegen sie informiert und dafür Geld kassiert zu haben. (Symbolfoto)  © 123RF/vladispas

Am ersten Verhandlungstag schwieg der inzwischen pensionierte Angeklagte zu den Vorwürfen.

Der Fall war vor drei Jahren aufgeflogen. Zusammen mit dem 63-Jährigen sitzt ein 52-Jähriger auf der Anklagebank, ein dritter Mann ist flüchtig.

Der Kripobeamte soll die Hand aufgehalten, die beiden bereits vorbestraften Mitangeklagten über Ermittlungen gegen sie informiert und sie gewarnt haben. Zudem sollen sie zu dritt versucht haben, einen mutmaßlichen Rocker wegen seiner Cannabisplantage um mehrere zehntausend Euro zu erpressen. 

Psychiater soll Kinder mit Medikamenten ruhig gestellt haben: Gericht kündigt Urteil an
Gerichtsprozesse NRW Psychiater soll Kinder mit Medikamenten ruhig gestellt haben: Gericht kündigt Urteil an

Der Polizist war aufgeflogen, weil die Telefone seiner mutmaßlichen Komplizen im Rahmen anderer Ermittlungsverfahren überwacht worden waren. Zudem waren seine Abfragen in den verschiedenen Polizeidatenbanken aufgefallen.

Der Prozess gegen den ehemaligen Kripobeamten vor dem Mönchengladbacher Landgericht sollte eigentlich schon im vergangenen Jahr starten, musste aber verschoben werden. (Archivfoto)
Der Prozess gegen den ehemaligen Kripobeamten vor dem Mönchengladbacher Landgericht sollte eigentlich schon im vergangenen Jahr starten, musste aber verschoben werden. (Archivfoto)  © Roberto Pfeil/dpa

Angeklagter wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe vom Dienst freigestellt

Eigentlich sollte gegen den Beamten bereits im vergangenen Jahr verhandelt werden. Damals war er jedoch zunächst nicht zum Prozess erschienen und danach nicht mehr verhandlungsfähig.

Eine Verurteilung zu mehr als zwölf Monaten Freiheitsstrafe würde den Ex-Polizisten um seine Pension bringen. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe vor drei Jahren war er vom Dienst freigestellt worden, seine Bezüge wurden gekürzt. Seit Oktober 2024 ist er pensioniert.

Titelfoto: Bildmontage: Roberto Pfeil/dpa, 123RF/vladispas

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse NRW: