Von Frank Christiansen, Maurice Hossinger
Düsseldorf - Unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen startet am heutigen Montag der Prozess gegen drei Angeklagte, die am 30. Dezember 2025 versucht hatten, den Neffen eines berüchtigten Drogenbosses zu ermorden.
Ungewöhnlich ist der Prozess deshalb, weil die Strafkammer in den für Terrorprozesse gebauten Hochsicherheitstrakt des Landgerichts ziehen wird.
Zwei der drei Angeklagten wird versuchter Mord vorgeworfen, dem dritten Beihilfe dazu. Laut Staatsanwaltschaft hatten ein 39-jähriger Syrer und ein 22-jähriger Türke am 30. Dezember 2025 in Düsseldorf nachmittags auf einer Hauptverkehrsstraße zehn Schüsse auf einen Taxi-Fahrgast abgefeuert.
Das 40 Jahre alte Opfer war von sieben Kugeln getroffen worden, überlebte aber dank Notoperation.
Der 39-Jährige war im niedersächsischen Hameln von Spezialkräften festgenommen worden, der 22 Jahre alte mutmaßliche Schütze in Gelsenkirchen. In seiner Wohnung waren ein Sturmgewehr und eine weitere Schusswaffe sichergestellt worden.
Opfer ist Neffe von berüchtigtem Drogenboss
Das Opfer hatte vor der Tat an einer Kundgebung vor dem niederländischen Konsulat in Düsseldorf teilgenommen, bei der die Freilassung seines Onkels gefordert worden war.
Der bekannte Drogenboss Hüseyin B., der in den Niederlanden seit rund 28 Jahren im Gefängnis sitzt, wird auch als "Pablo Escobar Europas" bezeichnet.