Mutter nahm Terror-Tod ihrer Kinder in Kauf: IS-Mitglied in Düsseldorf vor Gericht

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Von Martin Höke

Düsseldorf - Eine Syrien-Rückkehrerin aus Herne muss sich als mutmaßliche IS-Terroristin am Düsseldorfer Oberlandesgericht verantworten.

Schwer bewaffnete Sicherheitsleute schützten das Oberlandesgericht in Düsseldorf zum Prozessauftakt.
Schwer bewaffnete Sicherheitsleute schützten das Oberlandesgericht in Düsseldorf zum Prozessauftakt.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Der 34-Jährigen werden neben der IS-Mitgliedschaft auch Kriegsverbrechen von der Generalstaatsanwaltschaft vorgeworfen. 

Seine Mandantin werde zu den Vorwürfen Stellung nehmen, kündigte ihr Verteidiger beim Prozessauftakt an. Aber erst am nächsten Verhandlungstag - sie sei nach all den Jahren sehr aufgeregt. 

Die Frau erschien mit einem schwarzen Kopftuch, hellem Hemd und Jeans auf der Anklagebank. Laut Anklage war sie vor elf Jahren mit ihrem Ehemann und den beiden gemeinsamen Kindern in das Kriegsgebiet gereist.

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Die Tochter war sechs, der Sohn ein Jahr alt. Damit habe die Mutter die Kinder in Todesgefahr gebracht und das Kindeswohl gefährdet, wirft ihr die Generalstaatsanwaltschaft vor. 

Die Deutsch-Libanesin soll zwischen September 2015 und Oktober 2017 IS-Mitglied gewesen sein. Während ihr Ehemann sich als IS-Terrorist an Kampfhandlungen beteiligt haben soll, habe sie den Haushalt geführt und die Kinder betreut. Dabei habe sie in Kauf genommen, dass die vom IS gestellte Wohnung zuvor von der Terrormiliz unrechtmäßig in Besitz genommen worden sei. 

Angeklagte soll Kinder an Waffen gelassen haben

Die Angeklagte soll außerdem an einer Schießübung teilgenommen und zugelassen haben, dass ihre minderjährigen Kinder dabei ebenfalls mit Waffen umgingen. Zwischen März und Juni 2016 soll sie nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft vier Zahlungen des IS in Höhe von jeweils 200 US-Dollar erhalten haben. Der Ehemann soll im Oktober 2017 bei einem US-Drohnenangriff getötet worden sein. 

Nach ihrer Flucht aus dem Kriegsgebiet wurde die Angeklagte den Angaben zufolge zunächst in der Türkei festgenommen. Im Februar 2019 reiste sie mit ihren Kindern nach Deutschland ein. Sie befindet sich auf freiem Fuß.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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