Mann (†56) nackt in Badewanne erschlagen: Polizei berichtet erschütternde Details

Trier - "Er sucht ihn". So lautete die Gruppe im Internet, über die zwei Männer ihr Opfer ausmachten, um es auszurauben. Statt Sex kam es zu Mord - das Duo steht seit einer Woche vor Gericht.

Die beiden Angeklagten am heutigen Montag vor dem Landgericht Trier: Sie wollten sich nicht zu den Vorwürfen äußern.
Die beiden Angeklagten am heutigen Montag vor dem Landgericht Trier: Sie wollten sich nicht zu den Vorwürfen äußern.  © Harald Tittel/dpa

Der 56-Jährige, der vor gut neun Monaten im Eifelort Hersdorf Opfer des Gewaltverbrechens wurde, ist nackt in seiner Badewanne erschlagen worden. Man habe den Mann mit massiven Schädelverletzungen in einem Blut-Wassergemisch aufgefunden, berichtete ein Kriminalhauptkommissar am Montag im Prozess vor dem Landgericht Trier.

Die Tatwaffe, ein Radmutternschlüssel, sei unweit des Grundstücks in einem Bachlauf gefunden worden.

Für die Tat verantwortlich sein sollen zwei Männer im Alter von 21 und 27 Jahren. Die serbischen Staatsbürger sollen ihr Opfer Mitte Januar heimtückisch und aus Habgier in dessen Haus erschlagen haben. Sie hätten den Eifeler über das Internet kontaktiert und sexuelles Interesse vorgetäuscht, um sein Vertrauen zu erschleichen, berichtete der federführende Ermittlungsbeamte. Ziel sei ausschließlich gewesen, das Opfer auszurauben.

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In einer ersten Einlassung nach der Festnahme habe der 21-Jährige die Tatbeteiligung eingeräumt, sagte ein weiterer Kripobeamter. Er habe am Tattag mit dem Mann über "Schwulensex" geschrieben, habe er ausgesagt. Es sei ihm aber nur um Geld gegangen.

Dem Opfer wurden von hinten mehrfach mit einem Radmutternschlüssel gegen den Kopf geschlagen

Der Prozess vor dem Landgericht Trier soll bis zum 5. Dezember dauern.
Der Prozess vor dem Landgericht Trier soll bis zum 5. Dezember dauern.  © Birgit Reichert/dpa

Das Opfer hatte das Duo dann im nordrhein-westfälischen Remscheid an deren Wohnort abgeholt und mit in sein Haus genommen. Dort habe man zusammen gegessen und Bier getrunken. Die Männer hätten den Eifeler dann gefragt, ob er Geld für sie habe. "Sie wollten 500 Euro", berichtete der Polizist.

Er habe den Männern aber kein Geld gegeben und sei nach oben ins Badezimmer gegangen, wo er sich ausgezogen habe. Für eine romantische Stimmung seien Teelichter angezündet gewesen.

Als der 56-Jährige die jungen Männer anfassen wollte, habe der 21-Jährige gesagt: "Ich will nicht" und sei nach unten gegangen und habe die metallene Stange geholt. Mit dieser habe er dem Opfer von hinten mehrfach auf den Kopf geschlagen, auch der 27-Jährige habe zugeschlagen, habe er ausgesagt.

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Vor Gericht wollten sich beiden Angeklagten nicht zu den Vorwürfen äußern. Der 27-Jährige hatte sich auch nach der Festnahme eingelassen, wie der Kriminalhauptkommissar sagte. Er sei zwar dabei gewesen, aber mit dem Mord habe er nichts zu tun. Das sei "alles" der 21-Jährige gewesen. Er habe noch versucht, ihm die Stange wegzunehmen. Als er ihn gefragt habe, warum er das getan habe, habe dieser gesagt: Er habe sterben müssen, weil er schwul sei.

Einer der Angeklagten soll es auf alleinstehende Männer abgesehen haben

Laut Hauptermittler hatte der 21-Jährige immer nach derselben Masche über das Internet Kontakt nach älteren alleinstehenden Männern gesucht, "um sie auszunehmen".

Seine typische Eingangsfrage zur Kontaktaufnahme lautete demnach: "Kann man Sie kennenlernen?" Das Opfer habe er in einer geschlossenen Facebook-Gruppe "Er sucht ihn" gefunden. Der Ermittler sagte, der Serbe habe die Kontaktaufnahmen "im großen Stil betrieben". Über 1500 Chatpartner habe man ermittelt, bei 600 sei es "konkreter" geworden.

Rund zehn Tage nach der Tat wurden die beiden Männer in Remscheid in Nordrhein-Westfalen festgenommen. (Symbolbild)
Rund zehn Tage nach der Tat wurden die beiden Männer in Remscheid in Nordrhein-Westfalen festgenommen. (Symbolbild)  © 123rf/Christian Müller

Nach der Tat hatten die Männer das Haus des Opfers durchsucht und zwei Tablets, ein Laptop und 300 Euro Münzgeld im Kofferraum des Autos des Opfers deponiert. Die Flucht gelang ihnen aber nicht, sie fuhren sich im Matsch fest.

Sie flüchteten zunächst zu Fuß, dann mit einem Taxi und später mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück nach Nordrhein-Westfalen. Rund zehn Tage nach der Tat wurden sie in Remscheid festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Der Prozess ist bis 5. Dezember terminiert.

Titelfoto: Harald Tittel/dpa

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