"Reichsbürger"-Gruppe angeklagt: Gründer Peter Fitzek und Komplizen kommen vor Gericht
Von Jacqueline Melcher, Marco Krefting, Anne-Béatrice Clasmann
Wittenberg/Karlsruhe - Die Bundesanwaltschaft hat in Düsseldorf Anklage gegen vier mutmaßliche Köpfe der "Reichsbürger"-Gruppe "Königreich Deutschland" (KRD) erhoben. Darunter auch der Gründer Peter Fitzek (60).
Die oberste deutsche Anklagebehörde wirft Fitzek und seinen Komplizen Mathias B., Benjamin M. und Martin S. vor, sich als Rädelsführer in einer kriminellen Vereinigung mitgliedschaftlich betätigt zu haben.
Peter Fitzek werden zudem unter anderem der Betrieb eines unerlaubten Versicherungsgeschäfts und zahlreiche Fälle von Steuerhinterziehung zur Last gelegt.
Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf muss nun entscheiden, ob er die Anklage zulässt und wann es zum Prozess kommt.
Am 13. Mai 2025 hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) die zu der Zeit größte Gruppierung sogenannter Reichsbürger und Selbstverwalter verboten. Nach eigenen Angaben hatte das KRD damals 6000 Anhänger, die Sicherheitsbehörden gingen allerdings eher von 1000 Anhängern aus.
Am selben Tag ließ die Bundesanwaltschaft bundesweit Gebäude durchsuchen und vier mutmaßliche Rädelsführer in Rheinland-Pfalz, Sachsen und Brandenburg festnehmen. Sie sind seitdem in Untersuchungshaft.
Vier mutmaßlichen Rädelsführer in Untersuchungshaft
Nach Angaben des Bundesamts für Verfassungsschutz wurde das KRD 2012 in Wittenberg in Sachsen-Anhalt gegründet.
Der Verein sah sich demnach als eigener Staat mit einer eigenen Verfassung, Währung und Ausweisdokumenten und war von einem Personenkult um seinen "obersten Souverän" Peter Fitzek geprägt.
Ziel sei es gewesen, "die gültige Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland außer Kraft zu setzen und durch ein eigenes System zu ersetzen".
Das "Königreich" finanzierte sich nach Angaben der Behörden vor allem über verbotene Bank- und Einlagengeschäfte sowie über Spenden, Geschenke und Einnahmen von Seminaren.
Zwischen 2020 und 2025 nahm die Vereinigung laut Bundesanwaltschaft Gelder in Höhe von rund zehn Millionen Euro ein.
Unternehmen seien mit dem Versprechen angeworben worden, ihre Waren und Dienstleistungen steuer- und abgabenfrei vertreiben zu können.
"Die Angeschuldigten wurden am 13. Mai 2025 festgenommen und befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft", so der Generalbundesanwalt.
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