Frau umgerissen, Kollekte geklaut: Am Tag seiner Abschiebung wird der Räuber rückfällig
Görlitz - Die Rückfallgeschwindigkeit war sagenhaft! Um 9.09 Uhr übergab die Polizei den Dauerkriminellen Tomasz B. (41) zur Abschiebung den polnischen Behörden auf der Stadtbrücke in Görlitz. Um 19.15 Uhr desselben Tages raubte der Tischler in der Neißestadt die Kollekte der Stadtmission! Jetzt war Prozess am Landgericht Görlitz.
Im August 2025 zahlte Missions-Mitarbeiterin Ulrike N. (68) im SB-Bereich der Sparkasse neben dem Landgericht gerade Geld ein.
Die Mission hatte den 135. Geburtstag mit einem Festgottesdienst im Bahnhof gefeiert. Dabei füllte sich die Kollekte beachtlich. "Davon wollte ich 2200 Euro einzahlen", so Ulrike. "Dann wurde ich plötzlich weggerissen."
Auf Überwachungsvideos ist zu sehen, wie der Hüne Tomasz von hinten an die Frau tritt, sie rüde und abrupt umreißt. Das Opfer knallte mit dem Kopf auf den Steinboden, schrammte nur knapp an einem Mauervorsprung vorbei.
Doch die couragierte Ulrike trat nach dem Täter, der wiederum auf sie einschlug. Mit 1680 Euro rannte er schließlich davon.
Tomasz wurde zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt
Die Fahnder ermittelten den Täter schnell: Tomasz hatte an dem Tag den Knast per Abschiebung verlassen. "Und er war bereits verurteilt worden, weil er so einen Raub schon mal beging", so eine Kommissarin.
Mit der in Görlitz erbeuteten Kohle fuhr Tomasz nach Berlin, wurde aber bei der Heimreise nach Polen an der Grenze festgenommen.
Nun kassierte er für den "Kollekte-Raub" vier Jahre und sechs Monate Haft.
Titelfoto: xcitepress/Thomas Baier
