Jahrelang hält er Polizei und Justiz in Atem: SEK muss renitenten Reichsbürger in den Knast bringen

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Görlitz/Lauta - Seit mehr als vier Jahren hält Reichsbürger Ralf L. (65) Polizei und Justiz in Atem. Am Montag sollte der Prozess gegen ihn vor dem Görlitzer Landgericht starten. Doch erwartungsgemäß folgte der Mann aus Lauta der Ladung nicht. Nun steht wohl der nächste Einsatz der Spezialkräfte bevor.

Reichsbürger Ralf L. (65) hält seit vier Jahren die Behörden in der Lausitz auf Trapp.
Reichsbürger Ralf L. (65) hält seit vier Jahren die Behörden in der Lausitz auf Trapp.  © Bildmontage: privat

Es begann im August 2022: Wegen einiger Cannabis-Pflanzen tauchte die Polizei bei Ralf L. auf.

Doch er glaubt, dass hier noch amerikanisches Besatzungsrecht, also nur die SHAEF-Gesetze gelten und ihm die deutsche Polizei gar nichts zu sagen hat.

Statt zu öffnen, drohte er mit einer Schießerei. Also rückte das Spezialeinsatzkommando (SEK) an. Ralf L. soll den Beamten dabei mit einer Axt entgegengekommen sein. Im Haus fanden sich neben 13 Cannabispflanzen auch Teile von Rohrbomben, eine Luftdruckpistole und Zünder.

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Im April 2023 sollte der Rentner in einem Zivilprozess eine eidesstattliche Versicherung unterschreiben und kassierte einen Haftbefehl, weil er dies verweigerte.

SEK muss mehrfach ausrücken

Razzien im Wohnhaus des Mannes in Lauta gehören schon zum Stadtbild.
Razzien im Wohnhaus des Mannes in Lauta gehören schon zum Stadtbild.  © Henry Gbureck

Aus Sicherheitsgründen rückte wieder das SEK an. Prompt fanden sich erneut Ausgangsmaterialien für Sprengstoff.

Doch noch bevor der Prozess gegen ihn vor dem Amtsgericht Bautzen starten konnte, war er bereits wieder frei. Zum Verhandlungstermin blieb die Anklagebank leer und so kam im Januar dieses Jahres erneut das SEK nach Lauta und sackte Ralf L. ein.

Diesmal fanden sich bei ihm zwei Harpunen und eine Machete. Obwohl das Landratsamt ihm längst verboten hatte, Gegenstände zu besitzen, die als Waffe verwendbar wären.

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Aus der Haft heraus gelang es immerhin, Ralf L. im Februar auf die Anklagebank zu bringen. Doch dort sah der Richter den Axteinsatz zwischenzeitlich als versuchten Totschlag an, verwies die Sache ans Landgericht.

Noch von der Anklagebank ging es für Ralf L. in Untersuchungshaft. Allerdings hob das Gericht den Haftbefehl auf. Und so blieb Ralf L. am Montag einfach zu Hause.

Nun gibt es den nächsten Haftbefehl: "Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Rahmen einer Durchsuchung seiner Wohnung die Polizeibeamten angegriffen und dabei nach ihrem Leben getrachtet zu haben", begründet der Richter. "Die Anordnung der Vorführung als milderes Mittel kommt in Anbetracht des ihm vorgeworfenen Sachverhalts nicht infrage." Nun muss also wieder das SEK zum Einsatz kommen.

Titelfoto: Bildmontage: privat, Henry Gbureck

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