Schockanruf-Bande wollte Demenz-Oma um 12.000 Euro bringen
Bautzen - Mit Schockanrufen bringen Betrüger immer wieder Rentner um ihre Ersparnisse. Auch Pawel W. (41) gehörte so einer Bande an. Aber als er als "Herr Miller" 12.000 Euro und 16 Goldmünzen von seinem Opfer abfassen wollte, schnappte ihn die Polizei. Für den Ex-Taxifahrer aus Polen gab es nun Knast statt Kohle.
Eine "schicke Frau" in einer polnischen Bar habe ihm angeboten, Geld in Deutschland abzuholen, gestand der Angeklagte im Amtsgericht Bautzen.
Als Gegenleistung winkten ihm knapp 600 Euro. So fuhr Pawel Anfang September 2025 nach Bautzen. Derweil rief ein anderes Bandenmitglied als angebliche Staatsanwältin bei einer betagten Lausitzerin an.
Der 90-jährigen demenzkranken Frau wurde erklärt, deren Tochter hätte einen tödlichen Unfall verursacht. Um sie aus der U-Haft zu holen, müsse die Mutter viel Geld zahlen!
Zum Glück hatte die Seniorin gerade Besuch von ihrem Sohn. Der witterte den Betrug, übernahm das Gespräch, ging zum Schein darauf ein und informierte zeitgleich die Polizei.
Als Übergabeort war ausgerechnet die Straße hinterm Gericht vereinbart. Dort übernahm "Gerichtsdiener Herr Miller" alias Pawel - mit Sonnenbrille und Basecap - die vermeintliche Beute von 12.000 Euro und 16 Goldmünzen.
Polizei sucht weitere Opfer
Aber im Stoffbeutel war nur eine Plastiktüte. Außerdem überwältigten Zivilpolizisten Pawel.
Der Amtsrichter schickte ihn für 21 Monate in Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Aber im Prozess wurde bekannt, dass in Pawels Navi Adressen in Hoyerswerda entdeckt wurden.
Die Polizei prüft nun, ob dort weitere Opfer leben.
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