Zwickau - Die Öffentlichkeit musste wieder draußen bleiben: Im Prozess gegen Leon S. (24) wegen mutmaßlichen Kindesmissbrauchs und Inzests hat sich das Landgericht Zwickau am Dienstag beschlagnahmte Mediendateien angesehen.
Offenbar ließen sich die Fotos nicht ohne Weiteres öffnen, deshalb mussten Spezialisten der Polizei ran.
"Wir werden heute einige Dinge zu sehen bekommen", kündigte Richter Jörg Burmeister (53) an. Bevor die Dateien gezeigt wurden, schloss er die Öffentlichkeit aus.
Seine Begründung: Die auf den Bildern abgebildeten Minderjährigen müssten geschützt werden. Die Sichtung fand deshalb ohne Zuschauer statt.
Gegen den jungen Vogtländer stehen schwere Vorwürfe im Raum. Laut Anklage soll er seine Halbschwester (12) mehrfach sexuell missbraucht und die Übergriffe fotografiert haben.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm zudem vor, mit seiner damals 15 Jahre alten Schwester Geschlechtsverkehr gehabt zu haben.
Seit dem Prozessauftakt im September schweigt der Angeklagte zu den Vorwürfen. Er saß zu diesem Zeitpunkt bereits in Untersuchungshaft.
Es sind zwei weitere Verhandlungstage geplant. Der Großteil des Verfahrens hatte bislang hinter verschlossenen Türen stattgefunden.