Nach Messerattacke auf Ex-Partnerin: Mann kommt vor Gericht
Von Marie-Hélèn Frech
Erfurt - Nach einer schweren Messerattacke auf eine junge Frau soll am Landgericht Erfurt bald der Prozess gegen den früheren Partner des Opfers beginnen.
Gegen den 33-Jährigen hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen versuchten Mordes erhoben, wie aus einer Übersicht des Gerichts hervorgeht. Der Prozess soll am 22. April beginnen. Weitere Verhandlungstermine sind bis Juni geplant.
Dem Mann wird vorgeworfen, der damals 23-Jährigen im Juli vergangenen Jahres in Erfurt mit einem Küchenmesser aufgelauert zu haben. Er soll sie zunächst geschlagen und dann mehrfach in der Absicht, sie zu töten, auf sie eingestochen haben.
Anschließend sei er geflüchtet und habe die schwer verletzte Frau in der Annahme, dass diese sterben werde, zurückgelassen. In einem Krankenhaus konnten ihre Blutungen später gestillt werden.
Fälle von Gewalt gegen Frauen
Bei solchen Gewaltverbrechen wird immer häufiger über sogenannte Femizide diskutiert. Der Begriff bezeichnet Fälle, in denen Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden. Als häufigste Form davon gilt in Deutschland die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner.
Auch in Thüringen kommt es immer wieder zu solchen Verbrechen. So wurde im März etwa gegen einen Mann im Saale-Holzland-Kreis Haftbefehl erlassen. Er steht in Verdacht, eine Frau, mit der er zeitweise liiert gewesen sein soll, erwürgt zu haben.
Ende November vergangenen Jahres hatte das Landgericht Gera einen Mann unter anderem des versuchten Mordes schuldig gesprochen, weil er seine damalige von ihm getrennt lebende Ehefrau in einer Straßenbahn mit Benzin übergossen und angezündet hatte.
Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa