Sechs Männer nach Anschlag auf Flüchtlingsheim vor Gericht: "Hat sich wie Krieg angefühlt"
Von Sebastian Haak, Christian Rüdiger
Erfurt - Nach dem Anschlag auf ein Flüchtlingsheim in Ilmenau stehen seit dem heutigen Mittwoch sechs Männer vor dem Landgericht Erfurt.
Die Staatsanwaltschaft hat drei von ihnen wegen versuchten Mordes und die anderen drei wegen Beihilfe zum versuchten Mord angeklagt.
Bei der Tat am 27. September 2025 wurden den Angaben nach eine Fensterscheibe des Hauses in der Königseer Straße im Ortsteil Gehren eingeschlagen und anschließend Feuerwerk in das Haus geworfen. In dem entsprechenden Zimmer lebte nach früheren Informationen eine dreiköpfige Familie. Eine 46-jährige Bewohnerin hatte sich beim Verlassen des Gebäudes leicht verletzt.
Die Opferberatungsorganisation "ezra" zitierte im Vorfeld des Prozesses die Familienmitglieder mit der Aussage, der Anschlag habe ihr Leben verändert. "Es hat sich wie Krieg angefühlt."
Eine Sprecherin des Gerichts sagte, in dem Prozess seien bislang Verhandlungstermine bis Ende Mai angesetzt. Die Männer sollen laut Staatsanwaltschaft aus einem fremdenfeindlichen Motiv heraus gehandelt haben.
Titelfoto: Daniel Vogl/dpa