Kolumbien - Die kolumbianische Staatsanwaltschaft teilte am Dienstag mit, dass sie Ermittlungen wegen Vorwürfen sexueller Belästigung durch zwei Journalisten eines großen Fernsehsenders aufgenommen habe. Der Fall habe in dem Land eine "Me Too"-Bewegung ausgelöst.
Der bekannte Rundfunksender "Caracol" aus Lateinamerika gab letzte Woche offen zu, rechtliche Schritte gegen mehrere hochrangige Journalisten eingeleitet zu haben. Hintergrund des Ganzen seien "angebliche Belästigungen". Im Zuge der Offenbarung wurde die Identität der Beschuldigten nicht preiszugeben.
Nach der Veröffentlichung meldeten sich Dutzende Frauen mit Missbrauchsvorwürfen zu Wort und erklärten, das Problem sei in den Medien weit verbreitet.
Mehr als 100 Journalistinnen warfen dem Leiter der kolumbianischen Rundfunkbehörde Hollman Morris (56) schriftlich vor, die Menschenrechtsaktivistin Lina Castillo eingeschüchtert zu haben.
Castillo beschuldigte 2019 den damals 49-Jährigen des sexuellen Missbrauchs. Im Zuge dessen reichte Morris, der dem linksgerichteten Präsidenten Gustavo Petro (65) nahesteht, eine Gegenklage wegen erleumdung und übler Nachrede ein. Erst 2023 schaltete sich die Staatsanwaltschaft ein.
Die Vorwürfe der Belästigung haben in Kolumbien seither eine Welle von Kommentaren in den sozialen Medien unter den Hashtags #MeTooColombia und #YoTeCreoColega ("Ich glaube dir, Kollegin") ausgelöst.