Jacksonville (Florida/USA) - Jahrzehntelang blieb der Mord an Melissa Taylor Ellison (†20) aus dem US-Bundesstaat Florida ungeklärt: Ermittler fanden die junge Mutter tot in ihrer Wohnung vor. Ihre damals 13 Monate alte Tochter wurde bei dem Unglück nicht verletzt. Die Suche nach dem Täter schien aussichtslos - ein Besuch bei der Polizei änderte im Juli dieses Jahres jedoch alles.
Es sollten ein besinnliches Weihnachten werden und endete in einer Katastrophe: Die 20-Jährige wurde am 28. Dezember 1987 von ihren Mitbewohnerinnen tot im Schlafzimmer aufgefunden. Wie damalige Polizeiberichte offengelegt hatten, befand sich ihre Tochter zum Zeitpunkt des Unglücks im Wohnzimmer des Apartments.
Frühere Ermittlungen und Untersuchungen ergaben, dass die junge Frau durch stumpfe Gewalteinwirkung auf den Kopf verstarb.
Wie der Sender CNN berichtet, stellte sich der Mörder nun vor wenigen Wochen selbst der Polizei und gestand seine Tat. Demnach soll sich der damals 31-jährige Gary Edward Glowacz durch ein Fenster Zutritt in Melissas Wohnung verschafft und sie im Bett vorgefunden haben. Im Zuge seines Einbruchs schnappte sich der Mann ein Holzscheit und schlug mehrfach auf die Mutter ein. Ihre Tochter Casie blieb bei dem Mord unverletzt.
Der heute 70-Jährige beichtete den Behörden, dass er in Melissas Apartment nach Geld gesucht habe, um sich Drogen beschaffen zu können. Noch am selben Abend wurde der Mann festgenommen - aber nicht etwa wegen des Mordes. In einem rund 800 Meter entfernten Haus wurde Glowacz wegen eines Einbruchs verhaftet.
Auf die Frage hin, weshalb er den Mord an Melissa gestehen wolle, antwortete er, dass ihm das Ausmaß seiner Tat früher nicht bewusst war. Laut Glowacz habe er nichts von ihrem Tod gewusst. Rund vier Jahrzehnte nach dem Unglück sind sich die zuständigen Behörden einig: Er ist der Täter. Im Laufe des Verhörs schilderte der 70-Jährige Details vom Tatort, die nie veröffentlicht wurden.
Nach Glowaczs Festnahme trat Melissas Tochter (39), Casie, erstmals in die Öffentlichkeit und sprach über die Festnahme des Mannes: "Es fühlte sich genauso an, wie ich es mir jedes Mal erhofft hatte."
Casie war sich sicher: "Jemand weiß genau, was in jener Nacht geschah"
Vor rund sieben Jahren hatte eine Freundin der Familie den Fall an das "Project: Cold Case" weitergeleitet. Dabei setzt sich die Organisation für Familien und Opfer ungelöster Mordfälle ein. Im Zuge dessen sammelte die Institution zahlreiche Informationen über Melissa und veröffentlichte sie im Internet.
Im Januar 2026 nahm Casie mit der Organisation dann an einer polizeilichen Pressekonferenz teil. "
Jemand weiß genau, was in jener Nacht geschah. Jemand erinnert sich an ein Detail, das nie ausgesprochen wurde", betonte die 39-Jährige.
Mithilfe von "Project: Cold Case" und den dadurch veröffentlichten Informationen wurde der Mordfall an Melissa noch einmal ins Rollen gebracht.