Mordfall Fabian (†8): Verwandter packt über Geldsorgen und Verlustängste von Gina H. aus

Von Helena Dolderer

Rostock - Ein Zeuge aus dem familiären Umfeld der im Fall Fabian (†8) wegen Mordes angeklagten Gina H. (30) hat vor dem Landgericht Rostock von ihren Geldsorgen berichtet. Anfang 2025 habe die 30-Jährige aus finanziellen Gründen eine Umschuldung machen wollen, berichtete der Verwandte.

Gina H. (30) muss sich wegen mutmaßlichen Mordes vor Gericht verantworten.  © Danny Gohlke/dpa

Am Vormittag berichtete der Zeuge vor dem Landgericht Rostock von Geldsorgen und Verlustängsten der 30-Jährigen. Ob sie schuldig oder unschuldig sei, könne er nicht sagen. Er könne niemandem in den Kopf gucken. Auf die Frage, ob er eine Erklärung für den Tod von Fabian habe, sagte der Mann: "Gar nicht."

Der Verwandte erzählte im Gerichtssaal, dass die Angeklagte Anfang 2025 aus finanziellen Gründen eine Umschuldung habe machen wollen. Für die Aufnahme eines neuen Kredits in fünfstelliger Höhe habe sie ihn darum gebeten, für sie zu bürgen. Er habe zugestimmt. Aktuell zahlten ihre Großeltern, bei denen die Frau zuletzt gewohnt habe, die Raten.

Laut Anklage soll die Frau Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam danach in Brand gesetzt haben.

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Das Motiv soll mit dem Verhältnis der Angeklagten zu Fabians Vater und dem zeitweisen Ende dieser Beziehung zusammenhängen.

Am Montag hatte die Frau erstmals im Prozess ausgesagt und in einer vierstündigen Erklärung die Tatvorwürfe zurückgewiesen.

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Fall Fabian (†8): Angeklagte Gina H. soll schon lange Verlustängste haben

Die Angeklagte soll schon lange Verlustängste gehabt haben.  © Danny Gohlke/dpa

Die Beziehung zwischen der Angeklagten und Fabians Vater, den er seit Jahren kenne und mit dem er auch Kontakt habe, beschrieb der Zeuge vor Gericht als "hauptsächlich harmonisch".

Er berichtete aber auch von einer Situation, die an ihn herangetragen worden sei, in der der Kindesvater der Angeklagten gegenüber handgreiflich geworden sein soll. Das sei in seiner Erinnerung etwa zwei Jahre her.

Die Angeklagte habe schon in jungen Jahren Verlustängste gehabt. Es sei für sie schwierig, Menschen gehen zu lassen, die sie ins Herz geschlossen habe. Zum Umgang mit ihrem eigenen Sohn und Fabian könne er nichts Genaues sagen.

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Wie schon so oft in diesem Prozess wurden im Saal mehrere Sprach- und Textnachrichten verlesen und abgespielt, in denen erneut die Beziehungsprobleme zwischen der Angeklagten und Fabians Vater deutlich wurden.

Auch am Tag nach dem Fund des Leichnams schickten sich die beiden im Minutentakt Sprachnachrichten.

"Mein Sohn ist tot. Das Leben ist scheiße", sagte der Kindesvater demnach. "Man fühlt sich einfach leer, hilflos." Die Angeklagte erwiderte: "Es ist auch für mich nicht einfach."

Fall Fabian (†8): Drei Kinder als Zeugen geladen

Der achtjährige Fabian aus Güstrow wurde durch Messerstiche getötet und anschließend angezündet.  © Polizeipräsidium Rostock

Nach zweieinhalb Stunden endete der Verhandlungstag am Mittag, in der kommenden Woche stehen die nächsten Termine an.

Unter anderem soll eine Anstaltspsychologin zum bisherigen Verhalten der Angeklagten in der Untersuchungshaft berichten. Auch drei Kinder sollen per Videoschalte als Zeugen befragt werden.

Am Donnerstag hatte das Landgericht sechs zusätzliche Verhandlungstermine bis zum 8. Oktober angesetzt.

Nach der ursprünglichen Planung sollte das Urteil gegen die Angeklagte bereits am 10. September gesprochen werden. Der Mammutprozess läuft seit Ende April.

Erstmeldung: 12.05 Uhr, zuletzt aktualisiert: 17.42 Uhr.

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