Nachbarin (†66) getötet und Leiche versteckt: 25-Jähriger muss in den Knast!

Heilbronn - Nach dem gewaltsamen Tod einer 66-Jährigen in Künzelsau (Hohenlohekreis) ist nun ein Urteil gegen den Tatverdächtigen erteilt worden.

Das Landgericht Heilbronn verurteilte den 25-Jährigen zu einer Haftstrafe.
Das Landgericht Heilbronn verurteilte den 25-Jährigen zu einer Haftstrafe.  © Marijan Murat/dpa

Der 25 Jahre alte Nachbar der getöteten Frau hat die Tat gestanden. Nun muss er wegen Totschlags für zwölf Jahre ins Gefängnis, wie das Landgericht Heilbronn am Donnerstag entschied.

Für die Polizisten war es ein Fund, der einen erschaudern lässt. Drei Wochen nach dem gewaltsamen Tod einer Frau finden sie ihre Leiche auf dem Dachboden einer Scheune. Erstochen und versteckt lag sie da unter alten Möbeln, Gipskartonplatten und anderem Gerümpel.

"Wir haben eine erdrückende Beweislage", sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung. Der angeklagte Mann sei bewaffnet mit dem Küchenmesser zur Wohnung der Nachbarin gegangen. "Sie hatten da bereits das Ziel, sie zu töten", sagte der Richter.

Todes-Drama im Phantasialand: Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiter!
Justiz Todes-Drama im Phantasialand: Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiter!

Die Staatsanwaltschaft war anfangs noch von einem Mord ausgegangen. Nach der Beweisaufnahme hatte sie dem Mann aber nur noch Totschlag vorgeworfen.

Bei der Tat Ende April des vergangenen Jahres sei keine Habgier im Spiel gewesen, hatte die Staatsanwältin im Plädoyer erklärt und 14 Jahre Haft gefordert.

Der 25-Jährige legte falsche Fährten

Mehr als ein Dutzend Mal hatte der 25-Jährige auf sein Opfer eingestochen, bevor er die Leiche versteckte. Er habe versucht, falsche Fährten zu legen, um von sich als Täter abzulenken, und sogar Vermieter und Polizei alarmiert wegen des Verwesungsgeruchs, sagte der Richter.

Letztlich seien die Ermittler über das gestohlene Handy der getöteten Witwe auf die Spur des Mannes gekommen. Die Verteidigung hatte auf neun Jahre Haft plädiert und sich außerdem dafür ausgesprochen, ihren rumänischen Mandanten in einer Entziehungsanstalt unterzubringen.

Gegen das Urteil kann der Mann innerhalb einer Woche Revision einlegen.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

Mehr zum Thema Justiz: