Ekel-Attacke im Gotteshaus: Urin im Weihwasser, Bänke demoliert und Kirche verwüstet
Von Bernadette Winter
Worms - Schock am Sonntag: Unbekannte haben in der Kirche St. Bonifatius im rheinland-pfälzischen Worms unter anderem in Weihwasserbecken uriniert und mehrere Bänke beschädigt. Die Gemeinde erwägt nun drastische Schritte.
Sie schlugen die Haken an den Bänken, die für Handtaschen gedacht waren, gewaltsam ab, verkratzten die Bänke, pinkelten in die Weihwasserbecken und hinterließen eine barocke Beichtstuhltür schief in den Angeln, wie Tobias Schäfer, Probst und leitender Pfarrer der Pfarrei St. Nikolaus Worms-Wonnegau mitteilte.
Die Schäden waren bereits am Sonntag entdeckt und Anzeige erstattet worden.
Laut Polizei ist in der Anzeige von einer unbekannten Flüssigkeit im Weihwasserbecken die Rede, die jedoch nicht als Sachbeschädigung gilt.
Die Höhe des Schadens ist unklar. "Viel tiefer aber als der materielle Schaden wiegt der Schock, dass heutzutage blindwütiger Vandalismus selbst vor einem Gotteshaus nicht Halt macht", teilte Gemeindereferentin Martina Bugert mit, die als Seelsorgerin für die Gemeinde zuständig ist.
In Absprache mit der Polizei bleibe die Kirche vorerst tagsüber geschlossen.
Trotz Vandalismus: Pfarrer hält Videoüberwachung für den falschen Weg
Schäfer sagte, solche Form von Vandalismus sei kein Einzelfall. Eine Videoüberwachung wird derzeit erwogen, sagte er, hält dies jedoch für keine gute Option.
"Kirchen müssen Orte sein, wo jemand unbeobachtet einfach einmal beten oder eine Kerze anzünden kann und sollten nicht den Eindruck eines Hochsicherheitstraktes vermitteln", so der Propst. Die Polizei ermittelt.
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