Gaffer filmt, wie Rettungskräfte um ein Leben kämpfen: Polizei schreitet ein

Von Jana Renkert und Benedikt Zinsmeister

Memmingen - Während Retter in Bayern um ein Leben kämpfen, hält ein Schaulustiger alles mit seinem Smartphone fest. Wie die Polizei eingreift und warum der Einsatz für den Gaffer ein Nachspiel hat.

Bei einem Rettungseinsatz in Memmingen sind nicht nur Einsatzkräfte, sondern auch zahlreiche Schaulustige angerückt. (Symbolbild)  © Monika Skolimowska/dpa/dpa-tmn

Nach Angaben der Polizei filmte ein 67-jähriger Mann bei einem Rettungseinsatz am Samstag gegen 21.30 Uhr in Memmingen Wiederbelebungsmaßnahmen mit seinem Smartphone, trotz mehrfacher Aufforderung, dies zu unterlassen. Feuerwehr und Rettungsdienst reanimierten demnach einen 44-jährigen Anwohner und bargen ihn aus dem dritten Stock eines Hauses in der Nansenstraße 10.

Während die Einsatzkräfte um das Leben des Mannes kämpften, bildete sich vor Ort eine Gruppe von Gaffern. Die Polizei sprach mehrere Platzverweise aus.

Ein 67-Jähriger zeigte sich jedoch besonders interessiert: "Trotz lautstarker und mehrfacher polizeilicher Aufforderungen" filmte er von seinem Balkon aus weiter und zoomte nach Angaben der Beamten sogar auf den Patienten. Die Polizei sichtete die Aufnahmen noch vor Ort.

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Den 67-Jährigen erwartet nun eine Anzeige wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen. Die Einsatzkräfte appellieren: Rettungseinsätze sind kein Spektakel – und schon gar kein Motiv für Nahaufnahmen.

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