Großeinsatz am Uniklinikum in Jena: Weißes Pulver rieselte aus Koffer

Jena - Ein verdächtiger Koffer hat beim Universitätsklinikum in Jena einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst.

Beim Uniklinikum in Jena wurde ein Koffer gefunden, der weißes Pulver beinhaltet.
Beim Uniklinikum in Jena wurde ein Koffer gefunden, der weißes Pulver beinhaltet.  © Bodo Schackow/dpa

Wie die Polizei mitteilte, wurde der herrenlose Reisekoffer im Bereich der Kindernotaufnahme gefunden. Eine Mitarbeiterin des Klinikums hatte den Koffer nach draußen gebracht. Dabei ist ihr den Angaben nach eine pulverartige Substanz, die aus dem Koffer rieselte, aufgefallen.

In der Folge kam es zu einem größeren Polizei- und Feuerwehreinsatz. Das Klinikgelände war nach Angaben der Ostthüringer Zeitung (OTZ) zunächst teilweise geräumt und der Betrieb der Kindernotaufnahme eingeschränkt worden. Auch Zufahrten wurden gesperrt, berichtete der MDR und bezog sich dabei auf Polizeiangaben.

Im späteren Verlauf wurde der verdächtige Gegenstand vom Gefahrgutzug der Feuerwehr sowie Spezialkräften des Landeskriminalamtes auf etwaige Gefahrenstoffe untersucht.

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Laut Polizeiangaben konnten sowohl Radioaktivität und Sprengstoff als auch biologische respektive chemische Gefahrenstoffe - und letztlich eine "grundsätzliche Gefahrenlage" ausgeschlossen werden.

Wie die Polizei am Dienstagnachmittag mitteilte, konnten die Maßnahmen gegen 13 Uhr beendet werden. Der reguläre Klinikbetrieb konnte den Angaben nach während der Maßnahmen "allumfassend" aufrechterhalten werden. Die Ermittlungen dauern weiterhin an. Nach OTZ-Angaben sollen Substanz und Koffer nun in einem Fachlabor untersucht werden.

Einsätze kosten wohl weit über 30.000 Euro

Feuerwehrleute in Schutzanzügen begutachteten den Inhalt des Koffers.
Feuerwehrleute in Schutzanzügen begutachteten den Inhalt des Koffers.  © Bodo Schackow/dpa

Bereits am Dienstag vor drei Wochen herrschte am Uniklinikum helle Aufregung. An jenem Mai-Dienstag war ein Schreiben abgegeben worden. Der unbekannte Aussteller gab laut Polizeiangaben an, dass in 45 Minuten mehrere Explosivstoffe detonieren würden.

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Eine vermeintliche Ärztin soll einer Klinikmitarbeiterin an jenem Tag das Drohschreiben überreicht haben.

Wie eine Sprecherin der Stadt Jena am Dienstag auf Nachfrage von TAG24 mitteilte, kostete der infolge der Bombendrohung am 9. Mai erfolgte Einsatz insgesamt 15.291,50 Euro. Die Höhe der Einsatzkosten für den heutigen Einsatz belaufen sich den Angaben nach auf circa 21.361 Euro für Feuerwehr und Rettungsdienst.

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"Ein exakt genauer Betrag kann derzeit nicht genannt werden, da die Kosten für die ehrenamtlichen Helfer erst nach den eingegangenen Lohnersatzforderungen genau beziffert werden können", hieß es.

14 Beamte der Berufsfeuerwehr, 35 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr und sieben Beschäftigte des Rettungsdienstes waren vor Ort.

Sollte kein Verursacher belangt werden, könnte am Ende sogar die Stadt Jena als Aufgabenträger nach ThürBKG § 48 für die Kosten aufkommen.

Originalmeldung am 30. Mai, um 11.19 Uhr, zuletzt aktualisiert: 16.35 Uhr.

Titelfoto: Bodo Schackow/dpa

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