Ließen sich JVA-Beamte von Häftlingen bestechen? Über 200 Einsatzkräfte durchsuchen Wohnungen im Großraum Bonn
Bonn/Euskirchen - Über 200 Einsatzkräfte der Bonner Polizei waren am Mittwochmorgen im Einsatz, um acht Wohnungen im Großraum Bonn zu durchsuchen.
Grund dafür waren monatelange Ermittlungen des Kriminalkommissariats 23 gegen acht Justizvollzugsbeamte der JVA Euskirchen sowie drei ehemalige Häftlinge (30, 35, 49).
Die sieben männlichen Beamten (37, 40, 46, 38, 50, 58, 58) sowie die Beamtin (39) stehen nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft im Verdacht, Vorteile als Gegenleistung für das Gewähren von Erleichterungen im Vollzug angenommen zu haben.
Den Inhaftierten sollen demnach gegen Zahlungen von Geldsummen oder vergleichbaren Vorteilen verschiedenste Lockerungen des Vollzugs, wie zum Beispiel Ausgang und Hafturlaube oder aber auch Informationen über anstehende Kontrollen, gegeben worden sein.
Im Zuge der Ermittlungen wurden nun insgesamt acht Wohnungen in den Kreisen Euskirchen (5) und Ahrweiler (1), dem Rhein-Erft-Kreis (1) und in Leverkusen (1) auf richterlichen Beschluss durchsucht. Zudem waren Polizeibeamte auch in verschiedenen Gebäudeteilen sowie einem Büro in der JVA Euskirchen im Einsatz.
Ziel der Durchsuchungen war es den Angaben zufolge, Mobiltelefone, Schriftstücke und sonstige Beweisstücke zu sichern. Zudem sollten die Beschuldigten zum Polizeirevier Bonn gebracht werden, um sie dort erkennungsdienstlich zu behandeln und zu vernehmen.
Titelfoto: Sebastian Klemm/dpa
