Razzia in Berlin: Ermittler decken mutmaßlichen Menschenhandel auf
Berlin - Großeinsatz in mehreren Bezirken! Ermittler haben am Mittwochmorgen mehrere Wohnungen und Betriebe in Mitte und Friedrichhain-Kreuzberg durchsucht. Der Verdacht: Menschenhandel und massive Ausbeutung von Arbeitskräften in der Gastronomie.
Im Fokus stehen acht Verdächtige im Alter zwischen 36 und 66 Jahren. Sie holten laut Ermittlern indische Köche nach Deutschland und ließen sie jahrelang unter schlechten Bedingungen arbeiten.
Bei einer Durchsuchung stießen die Einsatzkräfte auf vier Arbeiter in einer Unterkunft, die gleichzeitig als Küche für Liefergerichte genutzt wurde.
Der Eindruck vor Ort war offenbar so besorgniserregend, dass Lebensmittel wegen starker Hygienemängel entsorgt werden mussten. Auch beim Brandschutz gab es massive Probleme – Fluchtwege waren teilweise blockiert. Das Gebäude wurde sofort geschlossen.
Laut Ermittlungen sollen die Arbeiter bis zu 13 Stunden am Tag gearbeitet haben – oft deutlich länger als vereinbart. Dafür bekamen sie teilweise nur einen Bruchteil des Mindestlohns, in manchen Fällen gar kein Geld.
Außerdem sollen ihnen direkt nach der Ankunft in Deutschland die Pässe weggenommen worden sein. Untergebracht gewesen sein sollen sie in überfüllten Wohnungen, Kellern oder direkt in den Betrieben – teils unter schlimmen Bedingungen.
Die Verdächtigen sollen laut Polizei mit mehreren Firmen gearbeitet haben, um das System zu verschleiern. Auch bei Sozialabgaben gibt es demnach Auffälligkeiten. Die Ermittlungen laufen weiter.
Titelfoto: Lilli Förter/dpa
