Schlag gegen internationale Drogenbande: Polizei Braunschweig hebt geheimes Labor aus
Braunschweig - Am Dienstag ist die Polizei Braunschweig (Niedersachsen) bei einer groß angelegten Razzia einer internationalen Drogenbande auf die Schliche gekommen.
Ganze 17 Gebäude wurden durchsucht, wie die Beamten mitteilten. Acht davon waren im Landkreis Wolfenbüttel und neun in den Niederlanden.
Bei dem Einsatz fanden die Polizisten unter anderem ein professionelles Labor bei Wolfenbüttel. In diesem wurden augenscheinlich großen Mengen Rohstoffe für Amphetamine hergestellt.
Das Labor war für Bauarbeiten stillgelegt, als die Beamten eindrangen. Sie fanden Behälter mit Chemikalien, Kochkessel, Feuerwerkskörper - sogenannte Kugelbomben - und Bargeld im hohen fünfstelligen Bereich.
In Wolfenbüttel wurden vier Personen vorläufig festgenommen. Ein Beschuldigter mit offenem Haftbefehl sitzt nun im Gefängnis - genauso wie drei weitere Personen, die in den Niederlanden festgenommen wurden.
Internationale Ermittlung läuft seit Monaten
"Über Monate hinweg haben die Kolleginnen und Kollegen mit größter Sorgfalt, Geduld und Fachkompetenz gearbeitet", erklärte Braunschweiger Polizeipräsident Thomas Ring.
Die Ermittlungen gegen die international agierende Gruppe laufen seit vergangenem Dezember. Bei den Tätern soll es sich größtenteils um Niederländer handeln. Vermutlich gibt es weitere als Labor dienende Lagerhallen im Landkreis Wolfenbüttel.
Beispielsweise wurden jüngst rund 130 Liter sogenannter Amphetaminbase an der niederländischen Grenze abgefangen. Mit diesem Rohstoff könnten etwa 1,5 Millionen Konsumeinheiten des Betäubungsmittels hergestellt werden.
Der Wert liegt damit laut der Ermittler in zweistelliger Millionenhöhe.
"Die beschlagnahmte Menge Amphetaminbase entspricht der Gesamtmenge, die in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2024 beschlagnahmt wurde", setzt die Polizei den Wert in Relation.
Erstmeldung vom 11. November um 11.56 Uhr, zuletzt aktualisiert am 12. November um 6.27 Uhr.
Titelfoto: Fredrik von Erichsen/dpa
