Präsidentensohn erneut vor Gericht! Sex, Drogen, Luxus - aber keine Steuern

Los Angeles (USA) - Mitten im US-Wahlkampf ist Präsident Joe Biden (81) mit einer weiteren Anklage gegen seinen Sohn Hunter (53) konfrontiert - und mit der Veröffentlichung pikanter Details aus dessen Vergangenheit. Am gestrigen Donnerstagabend (Ortszeit) wurde in einem zweiten Fall Anklage gegen Hunter Biden erhoben: diesmal wegen Steuerdelikten.

Die Eskapaden seines Sohnes Hunter (53. r.) dürften US-Präsident Joe Biden (81. l.) im Wahlkampf nicht unbedingt gelegen kommen.
Die Eskapaden seines Sohnes Hunter (53. r.) dürften US-Präsident Joe Biden (81. l.) im Wahlkampf nicht unbedingt gelegen kommen.  © Andrew CABALLERO-REYNOLDS / AFP

Die Justiz legt dem 53-Jährigen zur Last, er habe seine fälligen Bundessteuern mehrere Jahre lang nicht beglichen, sondern stattdessen Millionen für einen "extravaganten Lebensstil" ausgegeben.

Die Anklageschrift, die am gestrigen Donnerstagabend veröffentlicht wurde, listet in aller Ausführlichkeit delikate Ausgaben auf, etwa für Sexclubs, Drogen und Frauen. Konkret geht es um die Jahre 2016 bis Mitte Oktober 2020 - also bis kurz vor Joe Bidens Wahl zum Präsidenten.

In der Zeit habe Hunter Biden mehr als sieben Millionen US-Dollar an Einnahmen verbucht, heißt es in der 56-seitigen Anklageschrift. Der Beschuldigte habe jedoch beschlossen, keine Steuern zu zahlen, sondern das Geld für andere Dinge aufzuwenden: "für Drogen, Hostessen und Freundinnen, Luxushotels und Mietobjekte, exotische Autos, Kleidung und andere Dinge persönlicher Natur, kurzum: für alles außer für seine Steuern".

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Aufgeführt sind mehrere Anklagepunkte: Nichtzahlung von Steuern, Steuerhinterziehung und Einreichung falscher Steuerdokumente.

Extravagante Ausgaben als Gehälter und Geschäftsausgaben verschleiert

Sein extravaganter Lebensstil könnte dem Präsidentensohn nun bis zu 17 Jahre hinter Gittern kosten.
Sein extravaganter Lebensstil könnte dem Präsidentensohn nun bis zu 17 Jahre hinter Gittern kosten.  © Andrew Harnik/AP/dpa

In der Anklageschrift ist genau aufgelistet, was Hunter Biden in jenen Jahren einnahm, unter anderem durch einen lukrativen Posten beim ukrainischen Gaskonzern "Burisma" - zu einer Zeit, als Joe Biden als Vizepräsident federführend für die Ukraine zuständig war.

Das hat Joe Biden schon zuvor negative Schlagzeilen, unbequeme Fragen und Ermittlungen im Parlament beschert. Aber auch andere undurchsichtige Auslandsgeschäfte von Hunter Biden, etwa in China, sind in der Anklage aufgeführt. Ebenso Zahlungen eines "persönlichen Freundes" in Höhe von umgerechnet 1,1 Millionen Euro über mehrere Monate im Jahr 2020.

Vor allem die penible Zusammenstellung von Hunter Bidens Ausgaben in jenen Jahren hat es in sich. Ein paar Posten allein aus dem Jahr 2018: umgerechnet 355.535 Euro für Zahlungen an "verschiedene Frauen", 93.002 Euro für "Erwachsenen-Entertainment", 716.125 Euro Bar-Abhebungen an Geldautomaten, 140.397 Euro für Kleidung und Accessoires.

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In mehreren Fällen habe Hunter Biden Zahlungen an Frauen, mit denen er eine romantische oder sexuelle Beziehung gehabt habe, als Gehälter abgerechnet. Auch andere Dinge habe er als "Geschäftsausgaben" verbucht, etwa umgerechnet 9270 Euro für eine Mitgliedschaft in einem Sexclub, Zahlungen an Stripperinnen, Flugtickets für eine "exotische Tänzerin" oder die Miete eines Lamborghinis.

Ebenso zahllose Übernachtungen in teuren Hotels, die er in seinen Memoiren selbst als Schauplatz von Alkohol- und Drogenorgien beschrieben hatte.

Titelfoto: Bildmontage: Andrew Harnik/AP/dpa, ANDREW CABALLERO-REYNOLDS / AFP

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