Rostock - Die Staatsanwaltschaft Rostock und der Staatsschutz haben am Mittwoch eine Razzia gegen mehrere Beschuldigte durchgeführt. Jetzt haben Ermittler das vorläufige Ergebnis vorgestellt.
Wie die Staatsanwaltschaft Rostock gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern mitteilte, wurden bei den Durchsuchungen 33.000 Tonträger aufgefunden.
20.000 davon fanden die Ermittler allein bei den vier Hauptbeschuldigten. Zudem wurden 130 Datenträger und Vermögenswerte von mehr als zwei Millionen Euro vorläufig sichergestellt.
Durchsucht wurden die Räumlichkeiten von vier Beschuldigten (55, 52, 48, 43) in Anklam, Bargischow, Klein Bünzow, Reddelich (Mecklenburg-Vorpommern), Barsbüttel (Schleswig-Holstein) Wolfertschwenden und Bad Grönenbach (Bayern).
Laut der gemeinsamen Mitteilung der Staatsanwaltschaft Rostock und des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern am Mittwoch bestehe der Verdacht, dass die Beschuldigten spätestens seit 2020 gemeinsam eine nationalsozialistische, antisemitische, rassistische und menschenverachtende Ideologie über die Herstellung volksverhetzender Musik verbreitet haben.
Zudem fanden zeitgleich in Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen Durchsuchungen bei acht weiteren Beschuldigten statt. Dabei wird im Zusammenhang mit der Tonträgerproduktion der mutmaßlich kriminellen Vereinigung wegen Volksverhetzungsdelikten ermittelt.
Weitere Durchsuchungen fanden bei zehn nicht-tatverdächtigen Personen aus dem näheren Umfeld der Beschuldigten statt. Diese Razzien wurden in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Niedersachsen und Schleswig-Holstein durchgeführt.
Knapp 400 Polizeikräfte im Einsatz
Die Ermittlungen führen zudem auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. Gemeinsam mit den dortigen Strafverfolgungsbehörden und koordiniert durch die EU-Justizbehörde Eurojust wurden Räumlichkeiten in Estland, Italien, Polen und der Tschechischen Republik durchsucht.
Hierbei habe es sich um Gesellschaften gehandelt, die keine Kenntnis von den Inhalten der Tonträger hätten, stellten die Ermittler am Freitag klar.
Festnahmen waren nicht geplant. "Die heutigen Durchsuchungen dienen
dazu, die bestehenden Verdachtsmomente aufzuklären", heißt es in der Mitteilung am Mittwoch.
Unter der Leitung des LKA Mecklenburg-Vorpommern waren knapp 400 Polizeikräfte der beteiligten Bundesländer, des Bundes und der europäischen Nachbarländer im Einsatz.
Die Ermittlungen dauern an. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Erstmeldung am 30. September um 11.03 Uhr, aktualisiert am 2. Oktober um 9.50 Uhr.