Pfand-Betrug in Millionen-Höhe: 300 Beamte schlagen zeitgleich bei bundesweiter Razzia zu!
Leipzig/Chemnitz - Bundesweite Großrazzia am Mittwoch! Unter der Leitung des Landeskriminalamtes Sachsen (LKA) durchsuchen Polizisten in Zusammenarbeit mit der Steuerfahndung momentan zahlreiche Objekte in mehreren Bundesländern.
Wie die Staatsanwaltschaften aus Leipzig und Chemnitz in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten, durchsuchen mehr als 300 Beamte derzeit 52 Wohnungen, Firmenstandorte sowie Steuerbüros in acht Bundesländern. Auch eine Ermittlungsgruppe zur Bekämpfung von "Clankriminalität" sei daran beteiligt.
Schwerpunkt der Maßnahme ist der Raum Dresden/Leipzig mit 30 Orten, an denen Durchsuchungen stattfinden.
Hinzu kommen neun Objekte in Sachsen-Anhalt, vier in Thüringen, drei in Brandenburg, drei in Nordrhein-Westfalen sowie jeweils eines in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen.
Die Standorte sollen laut den Ermittlern "im Rahmen organisierter Strukturen zum An- und Verkauf von Paletten sowie Pfandgut genutzt worden sein".
Eins der zwei parallel geführten Verfahren richtet sich demnach gegen fünf beschuldigte Syrer aus Leipzig im Alter von 31, 32, 32, 36 und 56 Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, über verschiedene Firmen in Sachsen und anderen Bundesländern Steuern in Höhe von circa 1,7 Millionen Euro hinterzogen zu haben.
Chemnitzer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 29-Jährigen aus Leipzig
In einem weiteren Verfahren ermittelte die Chemnitzer Staatsanwaltschaft gegen einen 29-jährigen ebenfalls in Leipzig lebenden Syrer wegen gewerbsmäßiger Hehlerei.
"Der Beschuldigte soll auf seinen vier Palettenhöfen in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt unterschiedliches Pfandgut, insbesondere Mehrwegklappstiegen, angekauft und gewinnbringend veräußert haben, obwohl er wusste, dass diese aus vorherigen Straftaten stammten", so die Ermittler.
Der dabei entstandene Schaden summiere sich auf mehr als 500.000 Euro!
Der 29-Jährige wurde durch die Polizei festgenommen. Die Maßnahme sowie die Auswertung der Beweismittel dauern an, heißt es.
Titelfoto: Tobias Junghannß/dpa

