Polizei zieht fast 30 Kilo Drogen aus dem Verkehr: Neun Verdächtige in U-Haft
Von Roland Beck
Neu-Ulm/Kempten - Nach einer größeren Razzia am 26. März gegen eine mutmaßliche Drogenhändler-Bande in Süddeutschland sitzen neun Beschuldigte in Untersuchungshaft. Die Verdächtigen wurden in unterschiedliche Gefängnisse in Bayern gebracht, wie die Polizei mitteilte.
Demnach wurden Haftbefehle gegen insgesamt zehn Menschen erlassen, von denen einer gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde.
Bei den Ermittlungen stehen insbesondere die Auswertung sichergestellter Datenträger und die Spurensicherung im Fokus.
Vor einer Woche waren Polizei und Justiz gegen die mutmaßliche Drogenhändler-Bande vorgegangen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums wurden am frühen Morgen des vergangenen Donnerstags 31 Objekte in mehreren Regionen durchsucht, darunter in den Landkreisen Neu-Ulm, Unter-, Ost- und Oberallgäu sowie in Memmingen und Kaufbeuren.
Weitere Maßnahmen fanden in Baden-Württemberg sowie in Rosenheim und Fürstenfeldbruck statt.
Ermittlungen liefen seit Sommer 2025
Den Beschuldigten wird bandenmäßiger Handel mit Betäubungsmitteln in großer Menge vorgeworfen. Ausgangspunkt der Ermittlungen war nach Angaben der Polizei ein Fund von zwei Kilogramm Amphetamin im Juli 2025, den die Kriminalpolizei Heilbronn machte. Die Spur habe in der Folge zu einer Gruppierung im Allgäu geführt.
Im Kern soll die Gruppe aus vier Menschen im Alter zwischen 25 und 37 Jahren bestehen. Sie steht im Verdacht, größere Mengen Kokain, Amphetamin, Ketamin und Marihuana aus dem In- und Ausland bezogen und vor allem im Allgäu sowie im angrenzenden Baden-Württemberg weiterverkauft zu haben.
Fast 30 Kilogramm Drogen sichergestellt
Bei den Durchsuchungen stellten die Einsatzkräfte umfangreiche Beweismittel sicher. Darunter befanden sich nach Polizeiangaben rund ein Kilogramm Kokain, neun Kilogramm Amphetamin, sieben Kilogramm Ketamin sowie zwölf Kilogramm Haschisch. Zudem entdeckten die Ermittler mehrere Marihuanaplantagen. Auch zwei Kriegswaffen, eine scharfe Pistole, Munition sowie zahlreiche Mobiltelefone und Datenträger wurden sichergestellt.
Wegen der Gefährdungslage kamen bei vier Objekten Spezialeinsatzkräfte zum Einsatz. Unterstützt wurde die Aktion unter anderem von der Bereitschaftspolizei, dem Bayerischen Landeskriminalamt sowie weiteren Polizeidienststellen aus Bayern und Baden-Württemberg.
Titelfoto: Marcus Brandt/dpa (Symbolfoto)
