Riesen-Razzia mit über 500 Einsatzkräften in rechter Szene: Mehrere Festnahmen in Thüringen

Erfurt - In Thüringen kam es am Donnerstag zu einer Großrazzia. Auch in Berlin und Schleswig-Holstein liefen Durchsuchungen.

Mehr als 500 Einsatzkräfte aus Thüringen und Spezialeinheiten aus anderen Bundesländern waren in die Durchsuchungen eingebunden. Auch in Gotha war die Polizei im Einsatz.
Mehr als 500 Einsatzkräfte aus Thüringen und Spezialeinheiten aus anderen Bundesländern waren in die Durchsuchungen eingebunden. Auch in Gotha war die Polizei im Einsatz.  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Wie die Polizei mitteilte, geht es um fünf Ermittlungsverfahren, die sich gegen zehn Beschuldigte richten. Den Angaben zufolge sollten 26 Wohn- und Geschäftsräume in den Landkreisen Erfurt, Gotha, Weimar, Saale-Orla, Saalfeld-Rudolstadt, Schmalkalden-Meiningen, Eisenach sowie in Schleswig-Holstein und Berlin durchsucht werden.

Zudem sollten fünf Haftbefehle vollzogen werden. Bei den Beschuldigten handelt es sich um deutsche Staatsangehörige im Alter von 26 bis 48 Jahren. Es besteht der Tatverdacht des Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Verbindung mit dem Tatvorwurf der Geldwäsche sowie des Verstoßes gegen das Waffengesetz, hieß es.

Durchgeführt wurden die Maßnahmen unter anderem vom Landeskriminalamt Thüringen (TLKA) und dem Zollfahndungsamt Dresden mit der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER).

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Zeitgleich führte die Kriminalpolizeiinspektion (KPI) Saalfeld aufgrund eines eigenen Ermittlungsverfahrens wegen bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge ebenfalls Durchsuchungen durch. Das Ermittlungsverfahren der KPI Saalfeld stand den Angaben zufolge in direktem Zusammenhang mit dem Ermittlungskomplex des TLKA.

Dabei sollten zwei Haftbefehle vollstreckt werden. Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen serbischen und einen deutschen Staatsangehörigen im Alter von 34 und 26 Jahren.

Waffen und Drogen gefunden

Laut Polizeiangaben richteten sich die Maßnahmen gegen mehrere Beschuldigte mit "Bezügen zur rechten Szene".
Laut Polizeiangaben richteten sich die Maßnahmen gegen mehrere Beschuldigte mit "Bezügen zur rechten Szene".  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

In die Durchsuchungen waren mehr als 500 Einsatzkräfte aus Thüringen und Spezialeinheiten aus anderen Bundesländern eingebunden. Wie der MDR mitteilte, liefen in Thüringen seit dem frühen Morgen Razzien in der Neonaziszene. Die Polizei teilte im Laufe des Morgens mit: "Die Maßnahmen des heutigen Tages richten sich gegen mehrere Beschuldigte mit Bezügen zur rechten Szene."

Der Schwerpunkt der thüringenweiten Durchsuchungen befand sich laut Polizeiangaben im Raum Saalfeld. Zwischenzeitlich wurden sieben Haftbefehle vollstreckt.

Mehrere Mobiltelefone und Kryptohandys, eine größere Menge Bargeld, ein hochwertiges Fahrzeug, eine Harley-Davidson, ein alter amerikanischer Streifenwagen, zwei hochwertige Uhren, Computer und diverse Speichermedien wurden sichergestellt.

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Auch Sportbekleidung, Sportgeräte, Kryptowährung, Anabolika, gefälschte Impfausweise sowie eine kleine Menge Betäubungsmittel wurden beschlagnahmt. Obendrein wurden Waffen gefunden.

Bei sechs Personen wurden den Angaben zufolge Kontopfändungen sowie Eintragungsersuchen für zwei Immobilien veranlasst.

Bei der Razzia wurden unter anderem Waffen und andere szenetypische Gegenstände sichergestellt.
Bei der Razzia wurden unter anderem Waffen und andere szenetypische Gegenstände sichergestellt.  © David Hutzler/dpa

Erstmeldung 9.12 Uhr, aktualisiert: 15.21 Uhr

Titelfoto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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