Schleuser mit Doppelgänger-Trick: 1000 Polizisten gegen Pass-Betrüger im Einsatz

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Leipzig - Schwerer Schlag gegen die Schleuserkriminalität in Sachsen: Rund 1000 Bundespolizisten führten am Dienstag in Leipzig und der Region eine Großrazzia durch. Im Visier: Syrer, die mit ihren Papieren Landsleute illegal nach Deutschland einschleusen.

Großes Polizeiaufgebot auf der Eisenbahnstraße in Leipzig - hier wurden mehrere Wohnungen durchsucht.
Großes Polizeiaufgebot auf der Eisenbahnstraße in Leipzig - hier wurden mehrere Wohnungen durchsucht.  © Silvio Bürger

Mehr als 50 aus Syrien stammende Migranten bekamen am frühen Morgen Besuch von der Bundespolizei.

Im Auftrag der Leipziger Staatsanwaltschaft durchkämmten die Polizisten Wohnungen, die überwiegend im Eisenbahnstraßen-Kiez liegen, aber auch Behausungen in anderen Stadtteilen sowie in Borna, Eilenburg, Oschatz und Neukieritzsch.

Sichergestellt wurden neben Reisedokumenten und Aufenthaltstiteln auch unzählige Handys, Bankpapiere, Flugnachweise, persönliche Unterlagen und als "Beifang" einige Drogen.

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Besonders bemerkenswert: Die Beamten stellten bei den Sozialhilfeempfängern insgesamt 93.000 Euro in bar sicher!

Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch ein Netzwerk von insgesamt 71 Bundespolizisten, die weltweit als Dokumenten- und Visaberater an Auslandsvertretungen und Flughäfen agieren.

Ausweisdokumente per Post verschickt - Hinweise auf Clan-Kriminalität

Polizisten stehen in einem Hauseingang, während ihre Kollegen nach Beweismitteln suchen.
Polizisten stehen in einem Hauseingang, während ihre Kollegen nach Beweismitteln suchen.  © Silvio Bürger

"Den Kollegen an den Flughäfen von Abu Dhabi, Amman, Dubai, Doha und Istanbul war aufgefallen, dass aktuell viele Syrer versuchen, mit Pässen und Aufenthaltstiteln von in der Region Leipzig lebenden Landsleuten nach Deutschland einzureisen", berichtete Bundespolizei-Sprecher Maik Fischer TAG24.

Im Zuge weiterer Ermittlungen stießen die Beamten hier auf ein Netzwerk von Syrern, die ihre Papiere über Postsendungen oder Kuriere in die Heimat schicken, um damit per Doppelgänger-Trick weitere Landsleute nach Deutschland zu holen.

Obwohl es Hinweise auf Clan-Kriminalität und entsprechende Geldflüsse gibt, hält sich die Bundespolizei noch mit Bewertungen zurück. Fischer: "Das ist alles Gegenstand laufender Ermittlungen."

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Insgesamt wird gegen mehr als 50 Männer und Frauen im Alter zwischen 20 und 57 Jahren ermittelt. Laut Fischer sollen die meisten ihre Papiere für Schleusungen zur Verfügung gestellt haben. Gegen zwei Personen besteht der Verdacht, dass sie die Einschleusungen organisiert haben.

Ein Verdächtiger wird zur Identitätsfeststellung abgeführt.
Ein Verdächtiger wird zur Identitätsfeststellung abgeführt.  © Silvio Bürger
Bei der erkennungsdienstlichen Behandlung im Hauptbahnhof wurden auch Fingerabdrücke der Syrer gescannt.
Bei der erkennungsdienstlichen Behandlung im Hauptbahnhof wurden auch Fingerabdrücke der Syrer gescannt.  © Silvio Bürger

Nach den Wohnungsdurchsuchungen wurden 44 Syrer in Sammeltransporten zum Bundespolizeirevier im Leipziger Hauptbahnhof gebracht und dort erkennungsdienstlich behandelt. Anschließend durften sie in ihre Behausungen zurückkehren.

Titelfoto: Silvio Bürger

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