Von Christine Schultze
Limeshain/Ortenberg - Mehr als 30 Jahre nach dem Verschwinden einer jungen Frau gibt es neue Hinweise zu dem Fall. Ein Brief an die Familie gilt als ihr letztes Lebenszeichen.
Nach Durchsuchungen im "Cold Case" um einen mutmaßlichen Mord an der verschwundenen Azime Sisek gehen die Ermittler neuen Hinweisen in dem Fall nach.
Im Zusammenhang mit dem Zeugenaufruf von Ende April sei eine einstellige Zahl von Hinweisen eingegangen, die derzeit bearbeitet würden, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen auf Anfrage mit. Weitere Auskünfte würden derzeit nicht erteilt.
Polizei und Staatsanwaltschaft hatten die Ermittlungen wegen Mordverdachts mehr als 32 Jahre nach dem mutmaßlichen Gewaltverbrechen wieder aufgenommen.
Im April hatten sie in Limeshain und Ortenberg (beide Wetteraukreis) zwei Wohnanschriften durchsucht. Dort soll sich die Frau mutmaßlich zuletzt aufgehalten haben.
Brief an ihre Familie ist das letzte Lebenszeichen von Azime Sisek
Die damals 23-jährige Türkin war 1993 spurlos verschwunden. Zuvor war sie den Angaben zufolge im August desselben Jahres aufgrund eines Heiratsversprechens zu einem Landsmann nach Deutschland gereist.
Am 10. September 1993 sandte sie laut Staatsanwaltschaft einen Brief an ihre Familie, der als ihr letztes Lebenszeichen gilt. Erst zwei Jahre später, im September 1995, meldeten Angehörige sie als vermisst.
Schon damals bestand der Verdacht, dass sie Opfer eines Verbrechens geworden sein könnte. Weil sich das Schicksal der Vermissten zunächst nicht aufklären ließ, hatte die Staatsanwaltschaft Gießen das Verfahren 1998 eingestellt.
Nun hatte sie Zeugen um Mithilfe gebeten, die Angaben zum Aufenthalt der Frau in Deutschland und zu ihrem Verbleib sowie zu möglichen Tatverdächtigen machen können.