Zhaoqing (China) - Es gleicht einem Wunder: 13 Tage nach seinem Verschwinden wurde ein Kind (11) beinahe unversehrt in einer Bergschlucht in der chinesischen Provinz Guangdong gefunden. Der Junge überlebte fast zwei Wochen lang von wilden Feigen und Regenwasser.
Der Junge, der laut Need To Know an einer Lernbehinderung leidet, war am 18. Mai in die Berge nahe seinem Heimatdorf namens Anhua gelaufen und nicht mehr zurückgekehrt.
Nachdem er von seinen Angehörigen als vermisst gemeldet worden war, machten sich umgehend Polizisten, Dorfbewohner und Forstaufseher von morgens bis abends auf die Suche nach ihm. Täglich waren rund 100 Personen im Einsatz, die die Hoffnung nicht aufgeben wollten, den Jungen lebend zu finden.
Die Suche gestaltete sich im unwegsamen Gelände als äußerst schwierig, besonders als währenddessen plötzlich starker Regen einsetzte. Polizeichef Mo Wenjie erklärte, dass das Gebiet eine auffällig dichte Vegetation und nur ein unübersichtliches Wegenetz aufwies.
Mithilfe von Drohnen und speziell ausgebildeten Suchhunden versuchte man, den 11-Jährigen aufzuspüren, doch tagelang blieb das Kind wie vom Erdboden verschluckt.
Vermisstes Kind (11) nach fast zwei Wochen gefunden
Am 29. Mai dann der Wendepunkt: Ein Mann, der im Bergwald Heilkräuter sammeln war, stieß an einer Weggabelung auf die Hose des Jungen. Eindeutige Spuren entlang der Route machten den Suchmannschaften Hoffnung, den Vermissten noch rechtzeitig zu finden. So entdeckte man unter anderem halb verzehrte wilde Feigen, die das Kind abgepflückt hatte, und mögliche Unterschlüpfe unter Felsüberhängen.
Polizeihund "Chasing Wind", ein erfahrener Belgischer Schäferhund, nahm tags darauf dann eine Fährte auf und führte seinen Halter, den Polizeibeamten Guo Zhiheng, in eine versteckte Bergmulde. Dort lag, versteckt im Unterholz, der vermisste 11-Jährige - rund acht Kilometer von seinem Zuhause entfernt.
"Der Hund wurde ganz aufgeregt, bellte, und nur etwa zehn Meter weiter entdeckten wir den Jungen", erinnert sich der Polizist. "Er bewegte sich und lächelte mich dann an. Er lebte."
Das Kind klammerte sich demnach fest an seinen Hals und wollte ihn gar nicht mehr loslassen. Trotz der fast zweiwöchigen Strapazen befand sich der Junge in einem recht guten Zustand. Er wies ein paar leichte Prellungen und Kratzer auf und wog nur noch 20 Kilogramm. Mittlerweile konnte er mit seiner erleichterten Familie wiedervereint werden.
Die Polizei vermutet, dass die Feigen und der Regen dazu beitrugen, dass der 11-Jährige überleben konnte.