Mädchen (6) geht im Hauptbahnhof verloren, ein Mann wird zum Helden

Hamburg - Ein sechsjähriges Mädchen ging in Hamburg verloren. Nach knapp zwei Stunden fand die Suche nach der Vermissten ein glückliches Ende.

Im Gedränge des Hauptbahnhofs verloren sich Oma (67) und Enkelin (6) aus den Augen. (Symbolbild)
Im Gedränge des Hauptbahnhofs verloren sich Oma (67) und Enkelin (6) aus den Augen. (Symbolbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Das Kind war am Freitagabend mit seiner 67 Jahre alten Oma mit dem hvv in der Stadt unterwegs. Als beide im Hauptbahnhof in eine andere S-Bahn umsteigen wollten, verlor die Seniorin im Gedränge ihre Enkelin aus den Augen, wie die Polizei am Samstag mitteilte.

Die 67-Jährige konnte nur noch beobachten, wie das Mädchen gegen 18.30 Uhr in einen Zug der Linie S3 in Richtung Harburg einstieg. "In diesem Moment schlossen sich aber auch schon die S-Bahntüren und der Zug fuhr ab", sagte Bundespolizeisprecher Rüdiger Carstens.

Die Großmutter schaltete die Polizei ein. Im Bahnhof Harburg stoppten Bundespolizisten den Zug und durchsuchten ihn. Doch das Mädchen war nicht mehr da. Daraufhin suchten Polizisten auch an den S-Bahnstationen Veddel und Wilhelmsburg nach dem Kind. Erfolglos.

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Die Beamten befragten zahlreiche Passanten und sichteten Aufnahmen der Überwachungskameras, die Sechsjährige blieb verschwunden.

Busfahrer handelt genau richtig

Ein aufmerksamer Busfahrer (60) entdeckte das Mädchen. (Symbolbild)
Ein aufmerksamer Busfahrer (60) entdeckte das Mädchen. (Symbolbild)  © Marcus Brandt/dpa

Doch ein Mann zeigte Zivilcourage! "Ein Busfahrer der Linie 13 im Stadtteil Veddel wurde auf das Mädchen aufmerksam, als es ohne Begleitung in den Bus stieg", schilderte Carstens die weitere Entwicklung.

Der 60-Jährige rief per Notruf die Polizei. Eine Peterwagenbesatzung nahm das Mädchen in sichere Obhut und brachte es zum Bundespolizeirevier im Bahnhof Harburg.

Wenig später, gegen 20.30 Uhr, schloss die 39 Jahre alte Mutter des Kindes ihre Tochter auf der Wache wieder in die Arme. Dabei flossen nach Polizeiangaben auch einige Freudentränen.

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"Das kleine Mädchen war sichtlich erleichtert, wieder bei [seiner] Familie zu sein. Bei der ganzen Aufregung konnte ein Bundespolizist auch wieder für ein Lächeln im Gesicht der Sechsjährigen sorgen", so Carstens.

Und wie? Die Sechsjährige bekam als Andenken an ihre kurze Odyssee einen Bundespolizei-Teddy geschenkt.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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