Neue Spur im Fall der vermissten Rebecca Reusch? Das verraten die Videoaufnahmen

Von Johannes Kohlstedt

Berlin - Schwere Zeiten für die Familie der vermissten Rebecca Reusch. Vergangene Woche wäre die Schülerin 18 Jahre alt geworden, doch seit mittlerweile mehr als zweieinhalb Jahren fehlt von dem Mädchen jede Spur.

Polizisten suchen in einem Waldgebiet nach Hinweisen zur vermissten Rebecca (18). Das Mädchen gilt nun schon seit über zweieinhalb Jahren als vermisst.
Polizisten suchen in einem Waldgebiet nach Hinweisen zur vermissten Rebecca (18). Das Mädchen gilt nun schon seit über zweieinhalb Jahren als vermisst.  © Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa, ---/Polizei Berlin/dpa

Die damals 15-Jährige hatte die Nacht auf den 18. Februar bei ihrer älteren Schwester in Berlin-Rudow verbracht und wollte von dort aus am nächsten Morgen in die Schule. Dort kam sie allerdings nie an.

Die Ermittler sind sich schon länger sicher, dass sie das Haus vermutlich nicht mehr lebend verließ. Im Visier: der Schwager!

Der Koch war alleine mit ihr im Haus. Es sprechen gleich mehrere Indizien gegen ihn: Der damals 27-Jährige hatte behauptet, geschlafen zu haben, Handydaten bewiesen aber das Gegenteil. Zudem konnte er die beiden Fahrten am Vormittag des Verschwindens und am nächsten Tag nach Brandenburg nicht erklären.

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Zweimal saß der Schwager bereits in Untersuchungshaft, musste aber mangels Beweisen wieder freigelassen werden. An dem Verdacht hat sich aber weiterhin nichts geändert.

Es gibt aber auch Zeugen, die Rebecca angeblich noch am Tag ihres Verschwindens gesehen hätten. Deren Aussagen zufolge soll sie an einer Bushaltestelle gewartet haben - nur wenige hundert Meter vom Haus entfernt.

Rebecca Reusch ist nicht mit dem Bus gefahren

Mehrere groß angelegte Suchaktionen brachten nicht den erhofften Erfolg.
Mehrere groß angelegte Suchaktionen brachten nicht den erhofften Erfolg.  © Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa

Unter den Tausenden Hinweisen ist die Polizei auch dieser Spur nachgegangen. So wurden sowohl die Kamera von der BVG als auch eine Kamera der Bäckerei, die genau auf den Bürgersteig zeigen soll, ausgewertet. Das Ergebnis: Von Rebecca fehlt auch auf den Aufnahmen jede Spur.

"Das wurde weitreichend und mehrfach überprüft, aber auf den Videokameras in den Bussen war sie nicht zu sehen", berichtet der leitende Staatsanwalt Martin Galge der "Bild" und ergänzt: "Auch anderen Hinweisen, die Rebecca angeblich an anderen Stellen in der Stadt gesehen haben wollen, sind wir nachgegangen. Auch das können wir bis heute ausschließen."

Das unterstützt die Anfangstheorie: Rebecca dürfte demnach das Haus nicht mehr lebend verlassen haben.

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Was mit einem Suchaufruf in den sozialen Medien startete, entwickelte sich zu einem spektakulären Kriminalfall. Obwohl es zuletzt deutlich ruhiger geworden ist, wird die Suche wohl weitergehen.

"Auch nach Jahren können viele Tötungsdelikte noch aufgeklärt werden, darauf bauen wir auch im Fall Rebecca", hatte Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft, in einer Videobotschaft anlässlich des zweijährigen Verschwindens der jungen Frau im Februar erklärt.

Titelfoto: Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa, ---/Polizei Berlin/dpa

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