HSV-Chaoten verüben Farbanschlag auf S-Bahn: Ein Verletzter

Dollern - Das Stadtderby gegen den FC St. Pauli wirft seine Schatten voraus: Am frühen Dienstagmorgen hat eine größere Gruppe mutmaßlicher Fans des HSV eine S-Bahn in Dollern (Niedersachsen) mit Farbe attackiert.

In Dollern haben mutmaßliche HSV-Fans am Dienstagmorgen einen Farbanschlag auf eine S-Bahn verübt.
In Dollern haben mutmaßliche HSV-Fans am Dienstagmorgen einen Farbanschlag auf eine S-Bahn verübt.  © Polizeiinspektion Stade

Wie die Polizei mitteilte, hielt die Bahn um kurz nach 5 Uhr planmäßig am Dollerner Bahnhof, als die offensichtlich mit HSV-Utensilien vermummte Gruppe bereits dort wartete.

Einzelne Mitglieder betraten anschließend mehrere Waggons und betätigten offenbar jeweils die Notbremse.

Danach stellten sich die Täter an der gesamten Länge der Bahn auf und besprühten die Waggons großflächig mit blauer, weißer und schwarzer Farbe - den Vereinsfarben des HSV.

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Die Fahrgäste im Zug wurden zudem von den Sprayern am Verlassen des Zuges gehindert. Ein Reisender wurde sogar durch Farbe verletzt und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Die Täter konnten hingegen in das angrenzende Dollerner Wohngebiet flüchten - bis auf einen, der von einem Polizisten in Zivil sowie mehreren Fahrgästen festgehalten und zu Boden gebracht werden konnte.

Schaden dürfte sich auf mehrere zehntausende Euro belaufen

Die Chaoten besprühten die Waggons in den Vereinsfarben des HSV. Dabei wurde ein Fahrgast verletzt.
Die Chaoten besprühten die Waggons in den Vereinsfarben des HSV. Dabei wurde ein Fahrgast verletzt.  © Polizeiinspektion Stade

Der entstandene Schaden dürfte sich auf mehrere zehntausend Euro belaufen. Gegen die Täter wird nun wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung und Nötigung ermittelt.

Die Fahrgäste wurden aus dem Zug evakuiert und konnte ihre Fahrt in Richtung Hamburg mit einem Schienenersatzverkehr fortsetzen. Der morgendliche Berufsverkehr wurde durch den Vorfall erheblich gestört.

Der Zug blieb bis circa 6 Uhr in Dollern stehen, ehe er leer in Richtung Hamburg weiterfuhr. Im derzeitigen Zustand kann er zunächst vermutlich nicht mehr eingesetzt werden.

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Die Polizei sucht nach Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder eventuell sogar Aufnahmen davon gemacht haben. Diese können sich unter der Rufnummer 04161-647115 melden.

Titelfoto: Polizeiinspektion Stade

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