Von Christoph Driessen
Bonn - Nachdem feststeht, dass die Bonner Nordbrücke für mindestens zwei Jahre gesperrt bleibt, fordert der Bonner Oberbürgermeister Guido Déus (58, CDU) Geld vom Bund für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).
Es gehe jetzt um den Ausbau von Bussen und Bahnen, sagte Déus im WDR 5 Morgenecho. Eigentlich sind für den ÖPNV die Kommunen zuständig. In diesem Fall einer echten "Verkehrskatastrophe" sehe er das aber anders, so Déus. Bonn habe jetzt für zweieinhalb Jahre eine "absolute Ausnahmesituation" vor sich.
Ziel sei es, mehr Menschen zum Umstieg auf Busse und Bahnen zu bewegen.
"Wenn wir versuchen, Verkehr von den Straßen, vom Individualverkehr wegzubekommen und die Menschen auf ÖPNV zu bekommen, dann sollte der Bund auch eigenes Interesse daran haben, weil das nämlich die Kosten der Reparaturen, die nachher anstehen, senken wird."
Der wegen der Sperrung der Nordbrücke zunächst kostenlos angebotene ÖPNV in Bonn werde wahrscheinlich enden müssen, sagte Déus. Ohne finanzielle Hilfe von außen könne die Stadt das nicht allein stemmen.
"Bonn geht es so wie vielen Kommunen, wir sind unterfinanziert, wir sind am Rande des Haushaltssicherungskonzeptes."
Beschädigtes Brückenteil wird abgerissen
Am Freitag war mitgeteilt worden, dass die Bonner Nordbrücke der A565 für mehr als zwei Jahre dichtbleibt. Der beschädigte Brückenteil soll abgerissen und neu gebaut werden. Die marode Brücke ist die wichtigste Ost-West-Verbindung für die Region.
Bereits seit Februar galt ein Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen. Anfang Juni wurde die Autobahnbrücke über den Rhein dann wegen massiver Schäden komplett für den Verkehr gesperrt.