Köln - Protest vor gleich zwei IKEA-Filialen in Köln! Am Samstag haben Aktivisten von Greenpeace Köln gegen die Zerstörung ökologisch wertvoller Wälder demonstriert. Dabei erhoben sie schwere Vorwürfe gegen den schwedischen Möbelriesen.
Rund zehn Aktivisten versammelten sich nach Angaben der Umweltorganisation vor den IKEA-Standorten in Godorf und am Butzweilerhof.
Mit einem Banner mit der Aufschrift "IKEA vermöbelt Schutzgebiete" machten sie auf ihre Forderungen aufmerksam. Daneben war eine überdimensionale Figur im Stil der bekannten IKEA-Montageanleitungen zu sehen – allerdings mit einer Kettensäge in der Hand.
Hintergrund der Aktion sind neue Greenpeace-Recherchen zu den Holzlieferketten des Möbelkonzerns.
Demnach soll Holz aus ökologisch wertvollen, alten Wäldern in Schweden in die Lieferketten von IKEA gelangt sein. Die betroffenen Waldgebiete sind unter anderem für Rentiere und die traditionelle Lebensweise der indigenen Sami von großer Bedeutung.
Auch in Rumänien hat Greenpeace nach eigenen Angaben die Abholzung eines rund 170 Jahre alten Waldes in einem Natura-2000-Schutzgebiet für einen IKEA-Zulieferer dokumentiert.
Greenpeace fordert IKEA auf, Konsequenzen zu ziehen
"IKEA verkauft uns das Bullerbü-Idyll, doch die Realität im Wald sieht anders aus", kritisiert Harald Pessara von Greenpeace Köln. Greenpeace fordert den Konzern daher auf, seine Lieferketten zu überprüfen und sicherzustellen, dass kein Holz aus besonders schützenswerten Wäldern für seine Produkte verwendet wird.
Die Proteste beschränkten sich nicht auf Köln: Bundesweit fanden nach Angaben von Greenpeace am Samstag Aktionen vor insgesamt 45 IKEA-Filialen statt.