Coronavirus in NRW: Impfzentren sollen Mitte Dezember stehen

Köln – Die NRW-Politik hat auf die steigenden Corona-Zahlen mit neuen Maßnahmen reagiert. In einigen Städten gibt es beispielsweise nun eine Sperrstunde. Wir geben einen Überblick auf die aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise in NRW.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bei einer Pressekonferenz am Montag (23. November).
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bei einer Pressekonferenz am Montag (23. November).  © Federico Gambarini/dpa

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) ist optimistisch, dass die geplanten mindestens 53 Corona-Impfzentren im Land schon Mitte Dezember stehen werden.

Er habe bisher als Start ja bereits vom 24./25. Dezember gesprochen, sagte Laumann am Montag in Düsseldorf.

In Nordrhein-Westfalen bleibt die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf hohem Niveau.

Die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gab das Landesamtes für Gesundheit NRW am Dienstagmorgen mit 158,9 an.

Zum Vortag kamen damit rund 3785 Fälle hinzu. Seit Ausbruch der Pandemie wurden in NRW rund 236.800 Infektionen erfasst.

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Update, 24. November, 8.19 Uhr: Infektionslage weiter angespannt

In der Corona-Pandemie bleibt das Niveau bei den Corona-Infektionen in NRW kontinuierlich hoch: Die sogenannte Wocheninzidenz sank nur um 0,8 auf 158,9, wie aus Angaben des Robert Koch-Institutes (RKI) am Dienstagmorgen hervorging.

Damit ist gemeint, dass sich pro 100.000 Einwohner rund 159 Menschen in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus infiziert haben.

Im Kampf gegen die Pandemie gilt ein Wert von 50 als Schwelle, um härtere Maßnahmen einzuleiten. Diese Schwelle ist in NRW seit Mitte Oktober überschritten. Am Dienstag vor einer Woche lag die Wocheninzidenz bei 166,0.

Seit Ausbruch der Pandemie wurden in NRW rund 236.800 Infektionen erfasst – von Montag auf Dienstag kamen damit rund 3785 Fälle hinzu.

Mehr als zwei Drittel der Betroffenen gelten als genesen, aktuelle Fälle gibt es noch rund 70.700. In Zusammenhang mit dem Virus sind in NRW 3047 Menschen gestorben.

Update, 24. November, 8.19 Uhr: Laumann mahnt zur Geduld: "Zahlen sind einfach noch zu hoch"

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) rechnet bei den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch "im Großen und Ganzen" mit einer Verlängerung des Teil-Lockdowns in Deutschland.

Eine "Riesendynamik" bei den Corona-Fällen sei zwar erstmal nicht mehr da. "Aber die Zahlen sind einfach noch zu hoch. Wir müssen einfach jetzt weiter geduldig sein."

Mit Blick auf die Weihnachtsfeiertage äußerte sich Laumann verhalten hoffnungsvoll.

Update, 23. November, 20.38 Uhr: Oberbergischer Kreis: Kontaktpersonen müssen sofort in Quarantäne

Der Oberbergische Kreis hat seine Quarantäne-Regeln verschärft: Ab diesem Dienstag (24. November) müssen sich Kontaktpersonen, die mit einer auf das Coronavirus positiv getesteten Person in einem Haushalt leben, sofort in Quarantäne begeben. Das teilte der Kreis am Montagabend in Gummersbach mit.

Die Kontaktpersonen müssten nicht mehr auf den Anruf des Gesundheitsamtes und die Quarantäneanordnung warten. "Damit schaffen wir für die betroffenen Kontaktpersonen Verbindlichkeit und gewinnen gleichzeitig wertvolle Zeit", so Landrat Jochen Hagt.

Das Infektionsgeschehen im Oberbergischen Kreis sei derzeit hoch. Durch die täglich wachsende Zahl von laborbestätigten SARS-CoV-2-Fällen sei es derzeit nicht mehr möglich, alle betroffenen Personen zeitnah zu informieren.

Bereits seit Monatsbeginn sind die Bürger des Oberbergischen Kreises verpflichtet, sich bei Vorliegen eines positiven Testergebnisses sofort eigenständig in Quarantäne zu begeben.

Update, 23. November, 20.35 Uhr: Fußballverbände in NRW schicken Clubs vorzeitig in die Winterpause

Auch der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) stellt wegen der Corona-Pandemie den Spielbetrieb für den Rest des Jahres 2020 im Herren-, Frauen- und Jugendbereich auf Verbands- und Kreisebene ein.

"Aufgrund des derzeitigen Infektionsgeschehens ist eine kurzfristige Zulassung des Spielbetriebs seitens der zuständigen Behörden nicht absehbar. Das Präsidium begrüßt daher die Entscheidung der zuständigen spielleitenden Stellen", erklärte FVM-Präsident Bernd Neuendorf nach der Präsidiumssitzung am Montag.

Zuvor hatten bereits der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) sowie der Fußballverband Niederrhein (FVN) ihre Vereine vorzeitig in die Winterpause geschickt. Der Spielbetrieb war aufgrund der behördlichen Verfügungslage in allen Verbänden bereits im November ausgesetzt worden.

Update, 23. November, 20.30 Uhr: CDU-Politiker fordert Impfung vor Großveranstaltungen

Der CDU-Gesundheitspolitiker und Europaabgeordnete Peter Liese hat sich für eine Corona-Schutzimpfung als Voraussetzung für Besuche von Großveranstaltungen ausgesprochen.

Die Veranstalter sollten nur Besucher mit Impfausweis einlassen, sobald im kommenden Jahr jeder die Möglichkeit habe, sich impfen zu lassen, sagte Liese laut Westfalenpost.

Liese sprach sich zudem aktuell für weitere Maßnahmen aus, um die Zahl der Neuinfektionen zu senken. So sollten Schüler über 14 Jahre in geteilten Klassen unterrichtet werden.

Update, 23. November, 16.55 Uhr: BVB-Profi Reinier positiv getestet

Borussia Dortmunds Profi Reinier ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Dies teilte der Verein am Montag mit. Alle weiteren Testergebnisse von Spielern und Staff seien einen Tag vor dem Champions-League-Duell mit dem FC Brügge am Dienstag (21.00 Uhr/DAZN) negativ gewesen.

Der brasilianische U21-Nationalspieler stand am Wochenende beim 5:2-Erfolg des BVB gegen Hertha BSC in Berlin nicht im Kader des Fußball-Bundesligisten. Der 18-Jährige bestritt in der vergangenen Woche für sein Heimatland unter anderem in Kairo gegen Ägypten und gegen Südkorea Länderspiele.

Reinier sei aktuell symptomfrei und befinde sich in häuslicher Quarantäne.

Update, 23. November, 16 Uhr: Mehr als 3500 Krankenhaus-Mitarbeiter aus Quarantäne geholt

Krankenhäuser in NRW haben von April bis Ende Oktober in rund 3560 Fällen Mitarbeiter wieder eingesetzt, für die nach einem Corona-Kontakt noch Quarantänepflicht bestand.

Arztpraxen und Krankenhäusern können dies einer Empfehlung des Robert Koch-Institutes zufolge "bei relevantem Personalmangel" unter bestimmten Umständen wie Symptomfreiheit machen.

Die Zahlen nannte das NRW-Gesundheitsministerium in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion im NRW-Landtag, über die zuvor die WAZ berichtet hatte. Da nicht alle Kliniken entsprechende Angaben gemacht hatten, könnte es mehr Fälle gegeben haben.

Von der "hohen Zahl" sei sie "schockiert", sagte die SPD-Fraktionsvize Lisa-Kristin Kapteinat. In dem genannten Zeitraum sei die Situation noch relativ gut im Griff gewesen. "Gerade von einem Gesundheitsminister, der auch Arbeitsminister ist, hätte ich erwartet, dass er sich intensiver um das medizinische Personal kümmert", sagte sie mit Blick auf NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

Das Ministerium verwies in seiner Antwort darauf, dass in der Pandemie beim Umgang mit Kontaktpersonen unter medizinischem Personal unterschiedliche Ziele miteinander konkurrierten: Einerseits solle das Risiko einer Übertragung minimiert werden, andererseits müssten die akutmedizinische Versorgung und die Aufrechterhaltung der Kapazitäten gewährleistet werden.

Update, 23. November, 15.55 Uhr: Aktuell fast 10 Prozent der Tests in Köln positiv

In Köln gab es innerhalb von 24 Stunden 73 neue Corona-Fälle. Damit liegt die Inzidenzzahl bei 159,1.

Derzeit befinden sich 300 Personen im Krankenhaus, davon 112 auf der Intensivstation. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich um zwei auf 213.

Zwischen dem 25. Februar und dem 21. November waren 3,26 Prozent der 508.121 Abstriche positiv, In den vergangenen sieben Tagen wiesen 9,35 Prozent der Tests ein positives Ergebnis auf.

Update, 23. November, 15.45 Uhr: Gebauer erwartet keinen Beschluss für Wechselunterricht

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer erwartet bei dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern am Mittwoch keinen bundesweiten Beschluss für einen Wechselunterricht.

Sollte es doch dazu kommen, sei NRW "gut vorbereitet", sagte die FDP-Politikerin am Montag in Düsseldorf. Dann werde landesweit greifen, was bisher nur in Einzelfällen "schulscharf" in lokalen Hotspots umgesetzt werde - also wechselweiser Präsenz- und Distanzunterricht.

Die Kultusminister aller Länder hätten sich aber am Freitag darauf verständigt, dass Präsenzunterricht "erste Wahl" sei - und sie erwarte, dass diese Haltung auch in der Spitzenrunde am Mittwoch "zum Tragen kommt".

Update, 23. November, 15.05 Uhr: Größere Zeitspanne für gestaffelten Unterrichtsbeginn

In NRW soll der Zeitkorridor für einen gestaffelten Unterrichtsbeginn am Morgen erweitert werden.

Bisher sei ein Schulbeginn zwischen 7.30 Uhr und 8.30 Uhr möglich, um zu einer Entzerrung auf den Schulwegen und damit zu mehr Infektionsschutz wegen Corona zu kommen, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Montag in Düsseldorf.

In den kommenden Tagen werde ihr Ministerium eine "Kann-Regelung" auf den Weg bringen, mit der diese Zeitspanne erweitert werde. Denkbar sei ein Rahmen von 7.00 Uhr bis 9.00 Uhr. Die Stadt Herne hatte vor gut einer Woche den Anfang gemacht.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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