Coronavirus in NRW: SPD fordert neues Schutz-Konzept für Schulen

Köln – Die NRW-Politik hat auf die steigenden Corona-Zahlen mit neuen Maßnahmen reagiert. In einigen Städten gibt es beispielsweise nun eine Sperrstunde. Wir geben einen Überblick auf die aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise in NRW.

Ein Formular zur Erhebung der Kontaktdaten liegt in einem Café auf einem Tisch.
Ein Formular zur Erhebung der Kontaktdaten liegt in einem Café auf einem Tisch.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Bürger in Nordrhein-Westfalen müssen sich in Kommunen mit hohen Corona-Infektionszahlen jetzt auch beim Feiern stärker einschränken. 

Am Montag tritt ein weiterer Baustein der aktualisierten Coronaschutzverordnung des Landes in Kraft: Bei 35 oder mehr Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen dürfen an Festen aus herausragendem Anlass außerhalb der eigenen vier Wände höchstens 25 Personen teilnehmen. 

In 50er-Regionen sind dann nur noch höchstens zehn Teilnehmer erlaubt. Zu herausragenden Anlässen zählen etwa Hochzeit, Taufe, Geburtstage, Jubiläum oder eine Abschlussfeier.

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Update, 20. Oktober, 17.50 Uhr: Positiver Corona-Fall bei Gummersbacher Handballern

Beim VfL Gummersbach ist ein Mitglied aus dem Umfeld des Teams des Handball-Zweitligisten und der 2. Mannschaft positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Das teilte der Verein am Dienstag mit. Demnach weise die betroffene Person keine Symptome auf. Laut Vereinsmitteilung hat das zuständige Gesundheitsamt am Dienstag die gesamte 2. Mannschaft des VfL sowie die Profispieler Julius Fanger, Tom Kiesler, Mathis Häseler und Lasse Hasenforther als Kontaktpersonen ersten Grades ausgemacht und Quarantäne verordnet. 

Die für Mittwoch (19.00 Uhr) angesetzte Partie des Zweitligisten gegen den TV 05/07 Hüttenberg soll unter Ausschluss von Zuschauern ausgetragen werden.

Update, 20. Oktober, 16.35 Uhr: Zahl der Infizierten in Köln steigt weiter an

Am Dienstagnachmittag meldete die Stadt Köln im Vergleich zum Sonntag 326 neue Corona-Infektionen. Am Montag hatte es eine Übertragungspanne gegeben.

Damit stieg die Zahl der aktuell Infizierten auf 1287 und erreichte damit ein Rekordhoch seit Anfang der Pandemie. 

Derzeit befinden sich 126 Personen Im Krankenhaus, davon 30 auf der Intensivstation. Der Tod eines 78-Jährigen erhöhte die Zahl der Sterbefälle mit positivem Corona-Test auf 130.

Update, 20. Oktober, 14.53 Uhr: Streeck ruft zur Teilnahme an seiner neuen Studie auf

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck (43) hat die Bevölkerung in der kleinen Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg zur Teilnahme an seiner neuen Studie aufgerufen

Man wolle zum Beispiel verstehen, ob man sich nach einer Infektion wieder infizieren könne, erklärte der Forscher in einer am Dienstag vom Kreis verbreiteten Video-Botschaft auf Facebook.

Update, 20. Oktober, 12.31 Uhr: SPD fordert Handlungskonzept für Schulen in NRW

In einigen Schulen gibt es wie hier in Ravensburg auch eine Maskenpflicht beim Unterricht.
In einigen Schulen gibt es wie hier in Ravensburg auch eine Maskenpflicht beim Unterricht.  © Foto: Felix Kästle/dpa

Die SPD-Opposition in Nordrhein-Westfalen fordert unverzüglich Antworten von der Landesregierung, welche Corona-Schutzmaßnahmen nach den Herbstferien an den Schulen greifen sollen. 

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) habe schon zu viel Zeit verstreichen lassen, statt die Herbstferien für eine klare Kommunikation zu nutzen, kritisierte SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty.

"Die Zeit drängt", sagte der Oppositionsführer am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. 

"Es kann jedenfalls nicht sein, dass sie damit wieder erst kurz vor Ende der Ferien um die Ecke kommt und alle Beteiligten im Hauruck-Verfahren reagieren müssen." Die Herbstferien enden in NRW an diesem Wochenende.

Angesichts steigender Infektionszahlen müsse die Schulministerin jetzt umgehend ihre Maßnahmen vorstellen und klare, verlässliche Angaben machen, wie der Gesundheitsschutz an den Schulen gewährleistet werden solle. Dazu gehörten kleinere Lerngruppen, mehr digitaler Unterricht in der Sekundarstufe II und der Einbau von effektiven Raumluftfilteranlagen.

Update, 20. Oktober, 11.56 Uhr: Mehrere Eilanträge gegen Sperrstunde

Gegen die NRW-weite Sperrstunde für Restaurants und Kneipen in Risikogebieten lagen am Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster am Dienstag bereits zwei Eilanträge vor: Sowohl ein Wirt aus Bochum will die Sperrstunde kippen als auch 19 Gastronomen aus Bonn, Köln und dem Rhein-Sieg-Kreis, die laut Gericht gesammelt einen Eilantrag eingereicht haben.

Die angekündigte Klage eines Bar-Betreibers aus Düsseldorf war am Dienstag laut OVG noch nicht eingegangen. Wann über die Eilanträge entschieden wird, steht laut einem Sprecher noch nicht fest.

Seit Samstag gilt in Nordrhein-Westfalen in allen Kommunen mit hohen Corona-Neuinfektionszahlen eine verpflichtende Sperrstunde für die Gastronomie. Alle Kneipen und andere gastronomische Betriebe müssen ihre Türen zwischen 23 Uhr und 6 Uhr morgens für Gäste geschlossen halten.

Laut der aktualisierten Coronaschutz-Verordnung gilt die Sperrstunde in Kommunen, die innerhalb von sieben Tagen 50 oder mehr Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner aufweisen. Davon sind bereits Millionen Menschen betroffen.

Update, 20. Oktober, 11.48 Uhr: Zurück zur Maskenpflicht im Unterricht nach den Herbstferien?

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will, dass die Maskenpflicht im Unterricht an allen Schulen in Nordrhein-Westfalen nach den Herbstferien wieder eingeführt wird.

Darüber hinaus forderte GEW-Landeschefin Maike Finnern am Dienstag eine Verkleinerung der Lerngruppen beziehungsweise Halbierung der Unterrichtsklassen. Die Herbstferien enden in NRW an diesem Wochenende.

"Das Letzte, was passieren darf, ist dass die Schulen wieder geschlossen werden", mahnte Finnern. Immerhin gehe aus einer Ende September vom Schulministerium veröffentlichten Umfrage hervor, dass jede vierte Schule in NRW sich nicht in der Lage sehe, die Infektionsschutzstandards einzuhalten. "Hier ist dringend Abhilfe erforderlich."

Derzeit halte sich die Landesregierung in NRW nicht an Empfehlungen, die das Robert Koch-Institut, gestaffelt nach Corona-Warnstufen, für Schulen veröffentlicht habe, kritisierte Finnern. Auch der Philologenverband hatte zuvor bereits gefordert, die Rückkehr zur Maskenpflicht im Unterricht zu prüfen und ein Stufenkonzept mit einheitlichen Handlungsanweisungen vorzulegen.

Die Landesregierung hat für Lehrer und Schüler bislang keine neuen Vorgaben zum Umgang mit der Pandemie nach den Herbstferien gemacht.

Update, 20. Oktober, 11.03 Uhr: Besuchsregeln für Heime sollen nicht verschärft werden

Besuchsverbote für Heime sollen laut dem Gesundheitsministerium unbedingt vermieden werden.
Besuchsverbote für Heime sollen laut dem Gesundheitsministerium unbedingt vermieden werden.  © Jonas Güttler/dpa

Trotz steigender Infektionszahlen auch in Senioren- und Pflegeheimen in NRW will das Gesundheitsministerium die Besuchsregeln nicht verschärfen. "Im Gegenteil: Ziel ist es, Besuchsverbote unbedingt zu vermeiden", teilte das Ministerium auf Anfrage in Düsseldorf mit.

Zugleich gehe es um den bestmöglichen Schutz von Bewohnern, Patienten und Beschäftigten. Dabei spielten Schnelltests eine wesentliche Rolle. "Es ist beabsichtigt, Schnelltests insbesondere in Pflegeheimen und Krankenhäusern einzusetzen", sagte eine Sprecherin.

Die Landesregierung hatte kürzlich für Kommunen ab einem Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche vorgegeben, dass dort in allen Altenheimen Bewohner und Personal getestet werden sollen. Das dürfte in der Praxis eine enorme Zahl von Einrichtungen betreffen.

Denn inzwischen sind Städte oder Kreise mit einem Wert unter 35 in NRW deutlich in der Unterzahl. Sehr viele haben laut Robert Koch-Institut schon die nächste Schwelle von 50 klar übersprungen, einige die 100er-Marke.

Aus dem Ministerium hieß es, man habe "keine Anhaltspunkte dafür, dass die angeordneten Vorkehrungen zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner der Alten- und Pflegeeinrichtungen nicht umgesetzt werden".

Auch in den Heimen sei es seit etwa Mitte September zu einem Anstieg gekommen, der aber nicht so stark ausgefallen sei wie die allgemeine Entwicklung. Beim Auftreten einer Infektion dürften Besuche nur in abgetrennten Bereichen der Einrichtung stattfinden.

Update, 20. Oktober, 8.37 Uhr: Oberhausen über Kennzahl, gesamtes Ruhrgebiet Risikogebiet

Die Stadt Oberhausen ist mit 52,7 am Dienstag laut Robert Koch-Institut (RKI) über die wichtige Corona-Kennzahl von 50 gekommen, womit nun das gesamte Ruhrgebiet als Risikogebiet gilt. Auf einer Karte des RKI zieht sich ein durchgehender roter Streifen von Aachen bis Bielefeld.

Die Städteregion Aachen, Solingen, Gelsenkirchen und Herne sind sogar dunkelrot markiert – sie liegen über dem Wert von 100 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Die Stadt Köln liegt mit dem Wert 97,8 noch knapp unter der 100. Allerdings nahm die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in der Domstadt von Montag auf Dienstag um 22,4 Punkte stark zu.

Der Neuinfektionswert für Duisburg nähert sich mit 93,8 ebenfalls der Marke von 100 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Der Kreis Recklinghausen folgt mit einem Wert von 90,7.

Update, 20. Oktober, 7.15 Uhr: Kölner Inzidenz bei 97,8

In Köln liegt die Inzidenzzahl am Dienstagmorgen bei 97,8.

Laut dem Landeszentrum für Gesundheit in Nordrhein-Westfalen sind derzeit 1183 Personen in der Domstadt nachweislich mit dem Coronavirus infiziert – so viele wie noch nie seit dem ersten großen Ausbruch im Frühjahr. Im April lag der höchste gemessene Wert bei 1007.

Update, 20. Oktober, 6.07 Uhr: Mehr als 150 Soldaten in NRW-Städten im Corona-Einsatz

Die Bundeswehr-Soldaten helfen in vielen Kommunen bei der Kontaktnachverfolgung.
Die Bundeswehr-Soldaten helfen in vielen Kommunen bei der Kontaktnachverfolgung.  © Julian Stratenschulte/dpa

In zwölf Städten und Kreisen in Nordrhein-Westfalen helfen inzwischen mehr als 150 Bundeswehrsoldaten bei der Bewältigung der Corona-Krise – Tendenz steigend. Sie unterstützen fast ausnahmslos die Gesundheitsbehörden bei der Kontaktnachverfolgung von Neuinfizierten, wie ein Sprecher des Landeskommandos der Bundeswehr sagte.

Es würden angesichts der steigenden Infektionszahlen ständig weitere Hilfsgesuche aus Kommunen und Kreisen bearbeitet und erwartet, hieß es weiter. Allein 40 Soldaten sind in Dortmund im Telefoneinsatz, um alle Personen zu kontaktieren, die mit einem Corona-Infizierten zu tun hatten.

Weitere laufende Einsätze dieser Art gibt es in Köln, im Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreis, in Bielefeld, Gelsenkirchen, Duisburg, Hagen, Remscheid und Wuppertal. Neu hinzugekommen sind Einsätze in Unna und Herne.

Titelfoto: Foto: Felix Kästle/dpa

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