Drogen unter der Ladentheke verkauft: Ordnungsamt macht Kiosk in der Innenstadt dicht
Köln - Das Ordnungsamt der Stadt Köln hat einem Kiosk in der Innenstadt den Betrieb untersagt und das Ladenlokal geschlossen sowie versiegelt. Zudem wurde ein Verfahren zur Gewerbeuntersagung eingeleitet.
Grund dafür ist eine Kontrolle in Zusammenarbeit mit der Polizei, bei der eine nicht geringe Menge an Drogen sowie 17 Dosen des in Deutschland nicht für den Verkauf zugelassenen Oral-Tabaks, sogenannter Snus, gefunden wurden.
Insgesamt seien laut Ordnungsamt rund 300 Gramm Cannabis, etwa 13 Gramm Kokain und 49 Opioid-Tabletten mit dem Wirkstoff Tilidin entdeckt worden.
Zudem wurden unter der Verkaufstheke eine Feinwaage, kleine Plastiktüten und ein Messer, an dessen Klinke sich augenscheinlich Kokainrückstände befunden haben, festgestellt.
Die Polizei Köln fertigte zudem eine Strafanzeige gegen den Betreiber an.
Ordnungsamt schlägt Alarm: Rund 60 Prozent der Kölner Kioske halten sich nicht an Jugendschutz
Die Kontrolle war Teil einer Reihe von Maßnahmen, die das Ordnungsamt der Stadt Köln seit Oktober 2024 mit Schwerpunkt auf den Jugendschutz im Einzelhandel durchführt. Unter anderem kommen dabei jugendliche Testkäuferinnen und Testkäufer zum Einsatz.
Seit Ende des Straßenkarnevals an Aschermittwoch (18. Februar) wurden so insgesamt 73 Kioske und Trinkhallen im Kölner Stadtgebiet auf die Probe gestellt – mit erschreckendem Ergebnis: 44 Betriebe fielen nach Angaben des Ordnungsamts negativ auf, was einer Quote von rund 60 Prozent entspricht.
Seit November 2025 mussten außerdem bereits fünf Gewerbeuntersagungsverfahren eingeleitet werden, "weil in Kiosken oder Trinkhallen der Verkauf von Drogen 'unter der Ladentheke' als zusätzliche Erwerbsquelle festgestellt wurde", heißt es weiter.
Besonders beliebt seien dabei neben den klassischen Drogen wie Cannabis und Kokain auch sogenannte "Legal Highs", etwa E-Zigaretten und Vapes mit zu hohem CBD- oder THC-Gehalt.
Titelfoto: Felix Hörhager/dpa

