Eierraubzug oder Jagd? So will die Stadt Köln das Gänse-Problem in der City lösen!

Köln/Düsseldorf - Die Stadt Köln will im kommenden Jahr einen neuen Anlauf nehmen, um das Wildgänse-Problem in den Parks in den Griff zu bekommen.

Die Stadt Köln will künftig Eier aus den Nestern entfernen, um die Zahl der Wildgänse zu reduzieren.
Die Stadt Köln will künftig Eier aus den Nestern entfernen, um die Zahl der Wildgänse zu reduzieren.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Vom 1. Februar an solle es an den "Hotspots" ein "Gelegemanagement" geben, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Dies bedeute, dass aus den Nestern alle Eier bis auf eines entnommen würden. Ein ähnliches Konzept gibt es bereits seit längerem in Düsseldorf.

Der größte Teil der Gänse brüte allerdings nicht in städtischen Grünanlagen, erläuterte die Kölner Sprecherin. Das Hauptproblem sei vielmehr, dass Bürgerinnen und Bürger die Vögel widerrechtlich fütterten, sodass die Tiere sich dort niederließen. Deshalb sollten Mitarbeitende des Ordnungsamtes verstärkt auf Verstöße gegen das Fütterungsverbot achten und dagegen vorgehen.

Wildgänse sind in Köln und anderen NRW-Großstädten teils seit Jahren ein Problem, weil sie dort in großen Mengen ihren Kot hinterlassen. Sie in innerstädtischen Anlagen zu jagen, ist in Köln verboten.

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Die Stadt hatte ein Gutachten in Auftrag gegeben, um mithilfe des Landesamtes für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV) NRW dann Maßnahmen zur Bestandsreduzierung zu entwickeln.

Bei einer Zählung hatten Biologen an 20 Gewässern in Köln im Schnitt 600 Kanada- und 70 Nilgänse gesichtet.

"Gelegemanagement" in Düsseldorf bereits erfolgreich

Die Stadt Düsseldorf betreibt bereits seit fünf Jahren ein "Gelegemanagement" - mit Erfolg, wie das Garten-, Friedhofs- und Forstamt kürzlich mitteilte: Wurden zu Beginn der Maßnahmen 2017 im Stadtgebiet noch 1364 Kanadagänse gezählt, seien es 2022 nur 1168 gewesen.

2022 seien rund 800 Eier aus Nestern entnommen worden. Der Anteil der Jungvögel an der Population betrug den Angaben zufolge elf Prozent, 2017 waren es demnach 18 Prozent.

"Trotz aller Anstrengungen bleibt festzuhalten, dass es weiterhin eine hohe Anzahl an Gänsen in den Düsseldorfer Parkanlagen und damit auch Verschmutzungen geben wird", teilte das Gartenamt mit. Besonders stark betroffene Bereiche würden häufiger gereinigt.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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