Giftgas-Unfall in Chempark bei Köln: 25 Arbeiter in Klinik
Von Christoph Driessen
Dormagen/Köln - Beim Austritt einer giftigen Chemikalie sind im Chempark Dormagen 25 Mitarbeiter verletzt worden.
Der Rettungsdienst habe sie versorgt, sie seien in ärztlicher Behandlung, teilte der Chempark mit. Ein Sprecher der Feuerwehr Köln sagte, die Personen seien in Krankenhäuser gebracht worden. Er wisse nicht, wie schwer die Verletzungen seien, sagte er.
Auch eine Sprecherin des Chemparks konnte das nicht sagen. Sie wisse auch nicht, ob die Mitarbeitenden den Stoff eingeatmet hätten.
"Im unmittelbaren Bereich tragen die Mitarbeiter alle Phosgen-Warnplaketten, die eine Kontamination mit Phosgen anzeigen. Und die haben angeschlagen."
Nach Angaben des Chemparks ging es bei dem ausgetretenen Stoff um eine phosgenhaltige Flüssigkeit. Die für einen solchen Fall vorinstallierten Sicherheitsmaßnahmen zur Neutralisierung des Stoffes hätten sofort gegriffen, so der Chempark.
Dazu sei eine Dampf-Ammoniak-Wand ausgelöst worden. Der Phosgen-Austritt sei dadurch schnell gestoppt worden. Zu der Ursache des Vorfalls sei noch nichts bekannt, sagte eine Sprecherin des Chemparks.
Keine Auffälligkeiten bei Messfahrten durch Wohngebiete
Messfahrzeuge der Werksfeuerwehr und der Berufsfeuerwehren Köln und Dormagen hätten in den angrenzenden Wohngebieten kontrolliert und keine Auffälligkeiten festgestellt, so der Chempark.
Phosgen werde unter anderem als Ausgangsstoff zur Herstellung von Vorprodukten für Pflanzenschutzmittel und Pharmazeutika genutzt. Im Chempark sind rund 70 Unternehmen angesiedelt.
Titelfoto: Oliver Berg/dpa
