Köln - Um die stark belasteten Krankenhäuser während der Hitzewelle zu entlasten, hat die Stadt Köln am Sonntag kurzfristig ein Notfallversorgungszentrum (NVZ) in der Messe eröffnet.
"Viele hatten Probleme und sind in die Krankenhäuser in die Notaufnahmen gegangen, und die sind übergelaufen. Deswegen haben wir […] schnell reagiert und dieses Notfallversorgungszentrum aufgebaut, um Überlaufkapazitäten für die Krankenhäuser zu haben", begründet Oberbürgermeister Torsten Burmester (63, SPD) die Entscheidung.
Zuvor hatten Feuerwehr und Rettungsdienst ein einsatzreiches Wochenende zu bewältigen: Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius verzeichnete die Leitstelle allein am Samstag 1136 Einsätze. An normalen Tagen sind es hingegen im Schnitt etwa 500 Einsätze.
Aufgrund des starken Patientenaufkommens nahm die Stadt schließlich am frühen Sonntagmorgen um 2 Uhr das neue NVZ in Halle 3 der Kölner Messe in Betrieb.
Zusätzlich hat die Feuerwehr in Zusammenarbeit mit verschiedenen Hilfsdiensten eine Kälteinsel in der Messehalle 3.2 eingerichtet.
Ausruhen und abkühlen
Mit Unterstützung einer Einheit aus dem Oberbergischen Kries wurden daraufhin Menschen, die keine permanente ärztliche Überwachung benötigten, aus den Kliniken ausgelagert und in das NVZ nach Deutz gebracht. OB Burmester freut sich daher: "Die Stadt Köln ist krisenfähig. Wir haben es innerhalb kürzester Zeit dank der Hilfe der Feuerwehr und der Hilfsorganisationen geschafft, hier eine Struktur aufzubauen."
Insgesamt stehen 360 Feldbetten im NVZ zur Verfügung. Dort können sich die Menschen ausruhen, abkühlen und gegebenenfalls medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Besucher werden allerdings gebeten, Verpflegung selbst mitzubringen.