Mehr als nur ein Ort der Toten: Das ist auf Kölns Friedhöfen wirklich erlaubt
Köln - Über 50 Friedhöfe gibt es in Köln. Was kaum jemand weiß: Tatsächlich sind die städtischen Ruhestätten viel bunter und lebendiger, als man denkt.
"Dadurch, dass Melaten so zentral gelegen ist, ist hier immer Leben", berichtet Klaus Rath, stellvertretender Friedhofsmeister des bekanntesten Friedhofs der Domstadt in der neuen Folge des Podcasts "INSIDE Stadt Köln".
Ein Beispiel dafür seien etwa zahlreiche Eltern, die die parkähnliche Anlage dafür nutzen, ihren Kindern das Fahrrad fahren beizubringen. Hinzu kommen etliche Führungen über das historisch bedeutende Areal sowie Menschen, "die sich mit einer Butterbrotdose auf die Bank setzen und ihre Mittagspause genießen", meint Rath.
Verboten ist das nicht - ganz im Gegenteil: "Klar ist es auch gewollt, dass die Leute den Friedhof nutzen. Es ist halt auch eine Parkanlage", erklärt der Friedhofsmeister.
Einzige Voraussetzung dafür: Den Besucherinnen und Besuchern müsse bewusst sein, dass es auch ein Ort der Besinnlichkeit und der Trauer ist.
Das ist das krasseste, was Friedhofsmeister Klaus Rath auf Kölner Melaten erlebt hat
Natürlich gibt es aber auch Grenzen. Und die werden, wie überall anders auch, auch hier gerne mal ausgereizt. Das krasseste, was Rath jemals erlebt hat, sei dabei eine Art Party gewesen.
Mehrere Menschen hatten damals gemeinsam auf einer Picknickdecke gesessen, eine Shisha geraucht, eine Kiste Bier getrunken und laut Musik gehört, erinnert sich Rath, der ergänzt: "Das funktioniert dann natürlich nicht."
Darüber hinaus sei auch das Ausüben von Sport auf den Friedhöfen verboten. Durch zu schnelles Radeln oder Joggen fühlten sich nämlich insbesondere die älteren Besucher gestört, erklärt der Friedhofsmeister.
Titelfoto: Henning Kaiser/dpa
