Köln feiert zehnten Geburtstag der Flüchtlingsambulanz: "Bekommen bei uns Hilfe auf Augenhöhe"
Köln - Die gemeinsame Flüchtlingsambulanz für unbegleitete minderjährige Geflüchtete von Uniklinik und Stadt Köln feiert ihr zehnjähriges Bestehen.
Gestartet ist das Projekt 2015 als kurzfristige Antwort auf eine akute Notsituation. Inzwischen hat sich die Ambulanz aber zu einer festen Säule in der medizinischen Versorgung für minderjährige Flüchtlinge in der Domstadt entwickelt.
Nötig wurde das Angebot durch den schlechten Gesundheitszustand, den viele Jugendliche bei ihrer Ankunft in Köln aufwiesen. Durch die oft monatelange Flucht litten sie beispielsweise an extremer Unterernährung oder anderen Verletzungen.
"In der damaligen Situation war schnelles Handeln erforderlich", erinnert sich Dagmar Niederlein, Leiterin des Amtes für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln.
Inzwischen ist die Situation zwar nicht mehr ganz so dramatisch, dennoch sei die Flüchtlingsambulanz nach wie vor eine Anlaufstelle für viele unbegleitete Flüchtlinge, ergänzt Niederlein. "Diese jungen Menschen wissen, dass sie bei uns Hilfe in einem sicheren Umfeld auf Augenhöhe bekommen."
Über 2600 Jugendliche wurden in Kölner Flüchtlingsambulanz bereits behandelt
Diese besteht zunächst aus der gesetzlich vorgeschriebenen Erstuntersuchung in jugendgerechter Sprache. Dadurch sollen mögliche übertragbare Krankheiten schon frühzeitig erkannt und behandelt werden können, was wiederum dem Schutz der Bevölkerung dient.
"Die Jugendlichen erhalten bei uns wichtige Impfungen auch zum Ermöglichen des Schulbesuchs und werden auf Tuberkulose untersucht", erklärt Univ.-Prof. Dr. Jörg Dötsch, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Uniklinik Köln, dazu.
Insgesamt wurden in den letzten zehn Jahren etwa 2650 Jugendliche in der Kölner Flüchtlingsambulanz untersucht und behandelt. Finanziert wird das Programm über die Jugendhilfe im Rahmen der Krankenhilfegewährung mit anschließender Kostenerstattung durch das Land NRW.
Titelfoto: Daniel Vogl/dpa
