Wirtschaftliche Schieflage: Touristen müssen bald erstmals für Eintritt in Kölner Dom blechen

Köln - Die Kosten für die Instandhaltung und Pflege des Kölner Doms steigen seit Jahren, während die Einnahmen rückläufig sind. Um die Belastungen in Zukunft stemmen zu können, geht das Domkapitel nun einen drastischen Schritt.

Bislang konnte jedermann den Kölner Dom kostenfrei betreten. Für Touristen ändert sich das in der zweiten Jahreshälfte. (Archivfoto)
Bislang konnte jedermann den Kölner Dom kostenfrei betreten. Für Touristen ändert sich das in der zweiten Jahreshälfte. (Archivfoto)  © Christoph Reichwein/dpa

Eintritt für das Kölner Wahrzeichen soll erstmals in seiner Geschichte für Touristen etwas kosten, wie Dompropst Guido Assmann auf einer Pressekonferenz am Donnerstag mitgeteilt hat. Demnach machen Touristen insgesamt etwa 99 Prozent der Dom-Besucher aus.

Durch den neuen Eintrittspreis sollen den Angaben zufolge die gestiegenen finanziellen Aufwendungen für Pflege, Schutz sowie den laufenden Betrieb des Gotteshauses gedeckt werden.

Wie hoch die sogenannte "Besichtigungsgebühr für touristische Besucherinnen und Besucher" ausfallen wird, ist bislang allerdings ebenso unklar wie die Frage, wie der Zugang überhaupt kontrolliert werden soll.

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Informationen dazu sollen in der kommenden Woche mitgeteilt werden. Klar ist aber schon jetzt: Die Gebühr wird ab Anfang Juli erhoben werden.

Gottesdienstbesucher können Kölner Dom weiterhin kostenfrei betreten

Für Gottesdienstbesucher bleibt der Besuch des großen Innenraums des Doms allerdings weiterhin kostenfrei möglich, betont Assmann. Selbiges gelte demnach auch für Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins. Ebenso soll der Zugang zu Opferlichtern und zum Gebet in bestimmten Bereichen weiterhin gratis möglich sein. "Das Wichtigste ist: Der Kölner Dom bleibt ein Gotteshaus. Das Gebet, das Kerzen anzünden, der kurze Besuch, muss weiterhin möglich sein", begründet der Dompropst.

Bislang war der Eintritt in das Gotteshaus abseits der Schatzkammer sowie dem Aufstieg zur Aussichtsplattform für alle Besucher stets kostenlos möglich.

Weil das Domkapitel in den vergangenen Jahren aber zunehmend in eine wirtschaftliche Schieflage geraten ist und man seit 2019 sechs Jahre in Folge ein Minus gemacht habe, müsse man den drastischen Schritt nun gehen, betont Domrendant Clemens van de Ven: "Wir sind in die Situation gekommen, dass die Reserven des Kölner Doms auf absehbare Zeit aufgebraucht sind."

Allein für das Jahr 2026 rechnen die Verantwortlichen mit einem finanziellen Defizit von 1,6 Millionen Euro.

Erstmeldung: 5. März, 13.58 Uhr; zuletzt aktualisiert: 14.26 Uhr

Titelfoto: Christoph Reichwein/dpa

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