Vegane Burger getestet: Tapetenkleister im "Fleisch", höheres Schlaganfall-Risiko!

Linz (Österreich) - Die Kammer für Arbeiter und Angestellte in Oberösterreich hat elf verschiedene vegane Burger-Patties getestet. Wirklich überzeugen konnte im Labor aber kein Fleisch-Ersatz.

Vegane Burger liegen im Trend, können aber auch die Gesundheit schädigen. (Symbolbild)
Vegane Burger liegen im Trend, können aber auch die Gesundheit schädigen. (Symbolbild)  © Unsplash/Milada Vigerova

Die Arbeitnehmer-Interessenvertretung "AK Oberösterreich" kaufte aus jenem Grund elf Packungen verschiedener Burger-Patties auf Gemüse-Basis und ließ sie im Labor untersuchen.

Den Testern ging es eigentlich um die Zusammensetzung der Nährstoffe, doch bei den Zusatzstoffen fanden sie Brisantes heraus.

"Je ähnlicher ein veganer Burger einem Fleisch-Burger sein soll, desto mehr muss verarbeitet werden", klärte die "AK Oberösterreich" auf. "Auch die Zusatzstoffe werden mehr."

Auch Aromen fanden die Tester reichlich: "Mehr als die Hälfte der pflanzlichen Burger enthält Aromen. Außerdem wird bei drei Erzeugnissen dem fleischig-herzhaften Geschmack mit Hefe oder Hefeextrakt nachgeholfen, das von Natur aus Glutamat enthält", so die Arbeitnehmervertretung.

Glutamat ist ein Geschmacksverstärker, der Hautrötungen, ein Engegefühl in der Brust, Zittern sowie Muskelschmerzen auslösen kann.

Tapetenkleister in vielen Burger-Patties gefunden

Auch Tapetenleim kommt in den verarbeiteten Gemüse-Patties vor. (Symbolbild)
Auch Tapetenleim kommt in den verarbeiteten Gemüse-Patties vor. (Symbolbild)  © 123RF/Elnur Amikishiyev

Doch Glutamat ist nicht das einzige Problem in den fleischlosen Patties: "In fünf Produkten stecken gleich viel oder beträchtlich mehr gesättigte Fettsäuren als in einem Fleisch-Burger", erklärte die "AK Oberösterreich". 

Gesättigte Fettsäuren sind dafür bekannt, dass sie das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen können. Zudem haben zehn von elf Patties weniger Eiweiß als solche aus Fleisch. Dafür war bei vier Gemüse-Stücken zu viel Salz enthalten.

Das Schlimmste am ganzen Test: Damit das fleischlose Gemisch mehr wie Fleisch aussieht und ähnlich gut zusammenhält, kommt oft Methylcellulose zum Einsatz. Nach dem Kontakt zu Wasser wird aus der chemischen Verbindung eine zähflüssige Lösung oder auch Gel.

Die "AK Oberösterreich" dazu: "Methylcellulose ist Hauptbestandteil vieler Tapetenkleister. In Bioprodukten ist der Einsatz nicht zulässig."

Vegane Burger teurer als solche aus Fleisch

Die Patties von "Beyond Meat" hatten im Test mehr Fett als Fleisch und genauso viel gesättigte Fettsäuren.
Die Patties von "Beyond Meat" hatten im Test mehr Fett als Fleisch und genauso viel gesättigte Fettsäuren.  © dpa/AP/Steve Helber

Trotz gesundheitsschädigender Zusammensetzung kosten die fleischlosen Burger-Zutaten teilweise sogar deutlich mehr als Fleisch.

"AK Oberösterreich" ermittelte einen Durchschnittspreis von etwa 2 Euro je 100 Gramm. Bei "Beyond Meat", Marktführer in dem Segment, liegt der Preis sogar bei 2,64 Euro für 100 Gramm Fleisch-Ersatz, während dieselbe Menge des getesteten Stückes Referenz-Fleisch 1,24 Euro kostete. 

Immerhin eine gute Nachricht gibt es: Das Gemüse (0,16 Kilogramm CO2 für 200 Gramm) ist regelmäßig umweltschonender hergestellt worden, als Fleisch (2,5 Kilogramm CO2 für 200 Gramm). 

Titelfoto: Unsplash/Milada Vigerova

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